Skos-Austritt «richtig» – findet Berikon ein Jahr danach

Weil die Aargauer Gemeinde Berikon einem renitenten Arbeitsverweigerer Sozialhilfe nachzahlen musste, trat die Gemeinde im Juni 2013 aus der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) aus. Die Skos hatte die Gemeinde in diesem Verfahren nicht unterstützt.

Blick auf die Gemeinde Berikon.

Bildlegende: Berikon bedauert den Austritt aus der Skos nicht, heisst es bei der Gemeinderätin Rosmarie Groux. Wikimedia Commons Badener

Der Streit zwischen Gemeinde und dem jungen Arbeitslosen dauerte Jahre. Die Gemeinde wollte dem jungen Mann die Sozialhilfe streichen, weil sich dieser unkooperativ verhielt. Vor Gericht musste die Gemeinde aber in einen Vergleich einwilligen und dem Arbeitslosen Sozialhilfegelder in unbekannter Höhe nachzahlen.

Die Skos, welche die Richtlinien der Sozialhilfe definiert, hatte sich in diesem Verfahren nicht auf die Seite der Gemeinde gestellt, was diese dann mit dem Austritt aus dem Verband quittierte. Heute, ein Jahr später, bereut Gemeinderätin Rosmarie Groux diesen Entscheid überhaupt nicht. Seit dem Skos-Austritt hält sie sich nicht mehr an die Richtlinien des Verbands, sondern an die des Kantons Aargau, und das funktioniere gut, erklärt Rosmarie Groux.

Berikon hält an Entscheid fest

Noch heute hält sie den Austritt ihrer Gemeinde aus der Skos für grundsätzlich richtig: «Wer die Arbeit verweigert, soll auch keine Sozialhilfe erhalten», sagt Rosmarie Groux – eine Haltung, welche die Skos vor Jahresfrist nicht mittragen wollte, auf welche die Gemeinde aber nicht verzichten will.

Funkstille zwischen Berikon und Skos

Seither herrscht Funkstille zwischen der Skos und der Gemeinde Berikon. Zwar haben Skos-Verantwortliche angedeutet, den Dialog mit Berikon zu suchen, gehört habe sie aber nichts, sagt Gemeinderätin Groux. Möglich, dass sich dies mit der neuen Skos-Führungsspitze ändert, die seit gut zehn Tagen im Amt ist.