SNB überrascht Aargauer und Solothurner Wirtschaftsverbände

Die Schweizerische Nationalbank SNB hebt den Euro-Mindestkurs auf. Für die exportorientierte Aargauer und Solothurner Industrie sind das schlechte Neuigkeiten. Die Wirtschaftsverbände sprechen von einem «Schlag ins Gesicht» und von einem «Finanz-Erdbeben».

Als er vom Entscheid der Schweizerischen Nationalbank SNB gehört habe, habe er sofort zum Telefonhörer gegriffen, sagt Daniel Probst. Der Direktor der Solothurner Handelskammer wollte bei seinen Verbandsmitgliedern den Puls fühlen.

Entlassungen möglich

Wage mit Euro- und Franken-Münz.

Bildlegende: Der Euro-Mindestkurs ist gefallen. Die Exportfirmen sind besorgt. Keystone

«Der Zeitpunkt des Entscheides hat viele Unternehmen überrascht», sagt er gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn, und: «Für Unternehmen, die bereits jetzt schon in einem harten Preiskampf stehen, wird das zum Problem».

Dabei denkt er zum Beispiel an Zuliefererfirmen für die Autoindustrie. Hier seien Entlassungen mittelfristig nicht ausgeschlossen, befürchtet Daniel Probst.

«  Das ist ein Finanz-Erdbeben »

Daniel Knecht
Präsident AIHK

Auch in der Aargauischen Industrie- und Handelskammer AIHK gab der Entscheid der Nationalbank zu reden. Der Präsident Daniel Knecht spricht sogar von einem «Finanz-Erdbeben», welches die Exportindustrie stark erschüttern werde.

Der Zufall wollte es, dass sich der AIHK-Vorstand ausgerechnet am Donnerstag zu einer Sitzung traf. Der Euro-Kurs wurde an dieser Sitzung zum grossen Thema, wie Daniel Knecht auf Anfrage ausführte.