Solothurn: Asyl-Firmen sollen transparenter werden

Es geht um Millionen. Immer mehr wird das Betreuen von Asylbewerbern für gewisse Firmen zum guten Geschäft. Im Kanton Solothurn wird ihnen vielleicht bald genauer auf die Finger geschaut. Ein Vorstoss verlangt mehr Transparenz bei der Rechnungslegung. Die Regierung unterstützt das.

Etagenbett und WC

Bildlegende: Mit dem Führen von Asyl-Unterkünften verdienen einige Firmen gutes Geld. Keystone

Was für Organisationen gilt, die Behinderte betreuen, soll auch für Firmen gelten, die sich um Asylbewerber kümmern. Das verlangt ein Auftrag von Kantonsrat Felix Lang (Grüne). Auch im Asylwesen soll von Firmen, die Millionen-Aufträge von Kanton und Gemeinden wollen, eine transparente Rechnungslegung verlangt werden.

Transparenz sei umso wichtiger, da es sich um einen schnell wachsenden Geschäftsbereich handelt, findet Lang. Gewinne, Managerlöhne und Entschädigungen von Verwaltungsräten sollen genau so ausgewiesen werden wie die Arbeitsbedingungen und die Entlöhnung der Mitarbeitenden.

Gleiche Kriterien im ganzen Sozialwesen

Bei der Solothurner Regierung kommt der Vorschlag an. «Die Stossrichtung des Auftrags verdient Zustimmung», hält die Regierung in ihrer Stellungnahme fest. Allerdings solle eine transparente Rechnungsführung von Firmen und Organisationen nicht nur bei einer Zusammenarbeit im Bereich Asyl verlangt werden, sondern grundsätzlich im ganzen Sozialwesen, findet die Regierung.

Sie schlägt vor, künftig eine Rechnungslegung nach dem Standard «Swiss GAAP FER» zu verlangen. Ausgenommen sein sollen kleinere Organisationen und Firmen mit weniger als fünf Millionen Franken Umsatz. Für jene wäre eine Umstellung der Buchhaltung auf den erwähnten Standard zu aufwändig, meint die Regierung.