Solothurner FDP mit Himmelfahrtskommando

Die Solothurner Freisinnigen wollen 2015 wieder einen Sitz im Ständerat erobern, so der Wille des Parteivorstandes. Dieses hoch gesteckte Ziel dürfte jedoch aus mehreren Gründen kaum zu erreichen sein.

Blick in den Ständeratssaal

Bildlegende: Die FDP Solothurn möchte den verlorenen Sitz im Ständerat zurückerobern – ein Unternehmen mit wenig Erfolgsaussichten. Keystone

Für den FDP Parteivorstand ist klar: Der Solothurner Freisinn muss zurück in den Ständerat. Dass die Basis dieses Ziel an der Delegiertenversammlung von Montag absegnet, ist wohl reine Formsache. Allerdings: Das Ziel ist hoch gesteckt, zu hoch wohl, und bis heute konnte die FDP keine valablen Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren. Es kursieren zwar Namen, aber niemand der genannten Frauen und Männer würde einen Erfolg garantieren.

Vor allem aber sitzen die beiden aktuellen Solothurner Ständeräte, Pirmin Bischof (CVP) und Roberto Zanetti (SP), fest im Sattel. Beide wollen 2015 erneut antreten, somit wird gar kein Sitz im Stöckli frei. Die FDP hat sich somit zu einen Angriff auf einen bestehenden Ständerat entschlossen, und ein solches Unterfangen hat nur äusserst geringe Erfolgsaussichten.

Das grosse «Aber»

Bei allfälligen Kandidaten für diese fast aussichtslose Mission wird etwa Beat Käch genannt. Der langjährige Kantons- und Gemeinderat ist auch Präsident des Staatspersonalverbandes. Käch ist bestens vernetzt, wird nächstes Jahr jedoch bereits 65 Jahre alt.

Peter Hodel ist ein weiterer Name, der kursiert. Als Präsident der FDP-Fraktion im Kantonsrat und Gemeindepräsident von Schönenwerd bringt er zwar viel politische Erfahrung mit, trotzdem ist er aber kaum bekannt.

Peter Brügger schliesslich ist als Kantonsrat und Präsident des Solothurnischen Bauernverbandes gut vernetzt, allerdings wählen die Solothurner Landwirte eher CVP, also ist auch Brügger kein Erfolgsgarant.

Erfolg mit Frauenpower?

Unter all den vagen Kandidaturen scheinen zwei Frauen die besten Aussichten zu haben. Marianne Meister, Präsidentin des Solothurner Gewerbeverbandes und Anita Panzer, Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen.

Beide sitzen im Kantonsrat, beide sind zwar ausserhalb ihrer Region kaum bekannt, kommen aber bei den Leuten gut an und vertreten klare Positionen. Auch für sie ist die Ständeratswahl zwar eine schier unmögliche Mission, aber sie könnten die Wahl 2015 quasi als Testflug nutzen für die übernächsten Wahlen 2017. Wenn nämlich die freisinnige Esther Gassler aus der Solothurner Regierung ausscheidet, wird in diesem Cockpit ein Platz frei – vorzugsweise für eine Frau.

(affa/bras; Regionaljournal Aargau Solothurn 12:03 Uhr)