Solothurner FDP wagt Experiment

Die Solothurner FDP setzt ihre Nationalratslisten ungewöhnlich zusammen, was die Geografie betrifft. Es gibt eine Liste mit Solothurn-Lebern/Olten-Gösgen und eine Liste mit Bucheggberg-Wasseramt/Thal-Gäu/Dorneck-Thierstein. Die Spitzenkandidaten Meister und Fluri werden je auf eine Liste gesetzt.

Für die Nationalratswahlen im Herbst setzt die Solothurner FDP auf zwei regionale Listen. Während man den Kanton normalerweise in einen oberen und einen unteren Teil aufteilt, also einen Teil im Westen und einen im Osten, gibt es beim Freisinn eine Liste Solothurn-Lebern/Olten-Gösgen und eine Liste Bucheggberg-Wasseramt/Thal-Gäu/Dorneck-Thierstein. Biegt die FDP also die Solothurner Geografie zu ihren Gunsten zu Recht?

«Wir wollten die Zugpferde auf zwei Listen verteilen.»

Logo der FDP.

Bildlegende: Die Solothurner FDP will im Herbst den zweiten Nationalratssitz zurückerobern. Eine schwierige Aufgabe. Keystone

Parteipräsident Christian Scheuermeyer dementiert dezidiert. «Überhaupt nicht, » sagt er gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. «Wir wollten unsere Zugpferde Marianne Meister und Kurt Fluri nicht auf der selben Liste haben, ja. Aber wir wollten Kandidaten aus gleichen Amteien auch auf den gleichen Listen belassen und wir wollten eine gute Durchmischung - auch von Frauen und Männern. Das ist uns mit dieser Lösung gelungen», so Scheuermeyer.

Legitim und mutig

Die FDP wagt also ein Experiment. Solche Listen gab es im Kanton Solothurn bisher noch nie. Was der Freisinn macht, ist legitim und mutig. Wenn die FDP tatsächlich ihren zweiten Sitz zurückgewinnen will, muss sie alle Möglichkeiten ausschöpfen. Die Aufgabe ist jedoch extrem schwierig, auch weil dem Kanton Solothurn im Nationalrat neu ein Sitz weniger zusteht.

Die FDP will am 18. Oktober einem Wähleranteil von 20 Prozent erreichen und damit den zweiten Solothurner FDP-Sitz aus eigener Kraft zurückholen. Eine Listenverbindung allein mit der SVP will die Solothurner FDP nicht eingehen, für eine grosse bürgerlichen Allianz sei die FDP aber nach wie vor offen, erklärte Parteipräsident Christian Scheuermeyer im Interview.