Solothurner Gemeinden wehren sich gegen teurere Demenz-Betreuung

Die Betreuung von Menschen mit Demenz im Kanton Solothurn kostet mehr als angenommen. Das zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung. Der Kanton möchte die Mehrkosten von rund acht Millionen Franken verteilen. Die Einwohnergemeinden sollen rund 1,5 Millionen übernehmen. Die Gemeinden wehren sich.

Eine Person wird von einer Pflegerin an der Hand begleitet. Daneben steht ein Rollator.

Bildlegende: Die Solothurner Gemeinden wollen nicht bis zu 1,5 Millionen Franken an die Pflege von Demenzpatienten zahlen. Keystone

Es sei nicht Aufgabe der Gemeinden, Krankheitskosten zu finanzieren, sagt Thomas Blum, Geschäftsführer des Verbands Solothurner Einwohnergemeinden VSEG. Da Demenz eine Krankheit sei, sei es darum auch nicht die Aufgabe der Gemeinden, für diesen Bereich Geld locker zu machen.

Der VSEG hat in der Arbeitsgruppe mit dem Kanton vorgeschlagen, dass anstelle der Gemeinden die Krankenkassen den fehlenden Betrag übernehmen sollen. Oder aber, der Kanton soll sich mit den Kassen auf eine Kostenaufteilung einigen, so Blum gegenüber Radio SRF.

Mehr Geld für Heime oder nicht?

Laut Claudia Hänzi, Chefin des Solothurner Amts für Soziale Sicherheit, wurden in der zuständigen Arbeitsgruppe zwei Modelle diskutiert. Im einen Modell würde die öffentliche Hand - also Gemeinden und Kanton - einen Beitrag leisten. Im anderen Modell müssten die Heime mit dem Geld auskommen, das sie von den Krankenkassen erhalten.

Mit mehr finanziellen Mitteln würde sich die Situation in der Pflege von Demenzpatienten verbessern, ist Hänzi überzeugt. In diesem Bereich sei bisher eher zu knapp gerechnet worden. Die Demenzpflege sei für gewisse Heime ein Verlustgeschäft.

Am Schluss entscheidet der Solothurner Regierungsrat, ob und wie die Mehrkosten für die Betreuung von Demenzpatienten verteilt werden. Ein Entscheid soll bis Mitte Jahr gefällt sein.