Solothurner strapazieren Ostschweizer Humor: Mit Senf an die Olma

Das Motto für den Solothurner Auftritt an der Olma ist eine bewusste Provokation. Der Gastkanton 2013 startet mit dem Motto «Mir gäh dr Sänf drzue» und spielt damit auf die Senf-Phobie der Ostschweizer Bratwurst-Geniesser an.

Das OK präsentiert das Logo vor idyllischer Bauernkulisse.

Bildlegende: OK-Chef Peter Hess (links), Olma-Vertreterin Katrin Meyerhans und OK-Präsident Christian Wanner präsentieren ihr Motto SRF

Das Motto des Gastkantons Solothurn für seinen Auftritt an der Ostschweizer Publikumsmesse Olma ist eine bewusste Provokation. «Mir ghä dr Sänf drzue» nehme «mit einem Augenzwinkern» einen wichtigen Punkt auf. Die Bratwurst an der Olma wird nämlich ohne Senf gegessen. Das weiss auch das Organisationskomitee unter der Leitung von Regierungsrat Christian Wanner natürlich.

Motto mit Augenzwinkern

Wer in St. Gallen zu seiner Wurst Senf verlange, ernte von den Einheimischen «im günstigsten Fall ein Stirnrunzeln», erklärt die Solothurner Staatskanzlei in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Das Motto ist im übertragenen Sinn zu verstehen: Die Solothurner wollten ihren Senf zu allem dazu geben, «wo der Nordwestschweizer Kanton ein Wörtchen mitzureden hat».

Trotzdem: Finanzdirektor und OK-Präsident Christian Wanner weiss um die Provokation im Motto-Titel. Er sagt denn auch gegenüber Radio SRF: «Wir haben Humor, aber wir haben auch Mut.»

Senftube am Umzug?

Bratwurst mit Senf.

Bildlegende: In Ostschweizer Augen eine Art Todsünde: Eine Bratwurst mit Senf. Solothurn spielt auf diese Eigenart an. Keystone

Der traditionelle Umzug des Gastkantons an der Olma im Oktober 2013 werde rund 50 Sujets enthalten, erklärten die Verantwortlichen des Gastauftritts an einer Medienkonferenz. Mit dabei sind Fasnachtszünfte, Musikvereine, Trachtengruppen und Kulturinstitutionen aus dem ganzen Kanton.

Eröffnet wird der Umzug durch einen Wagen der Solothurner Weststadt-Zunft. Im Februar zeigte diese Zunft an der Solothurner Fasnacht den Stadtpräsidenten Kurt Fluri auf einer überdimensionalen Senftube.

Sonderschau für das Olma-Publikum

In einer Sonderschau präsentiert der Kanton Solothurn die Schwerpunkte Kultur, Tourismus, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe mit grossformatigen Panorama-Bildern. Die Sonderschau trägt den Titel «Leuchttürme» und wird durch einen Restaurationsbetrieb ergänzt. Im «SO-Café» kann sich das Olma-Publikum mit Solothurner und Oltner Torte und Jura-Kaffee verpflegen.

Im weiteren werden auch gegen 100 Tiere aus dem Kanton Solothurn an die Olma reisen und dort präsentiert. Finanziert wird der Auftritt des Gastkantons durch Mittel aus dem Lotteriefonds und durch private Sponsoren. Die Kosten von rund zwei Millionen Franken lohnen sich, ist Finanzdirektor Christian Wanner überzeugt. «Viele Leute sehen dort Produkte aus unserer Region und damit fliesst auch wieder Geld zurück.»

Das Budget für den Auftritt an der Olma beläuft sich auf 1,64 Millionen Franken. Gut 300'000 Franken sind für den kleineren Auftritt an der Solothurner Herbstmesse Heso vorgesehen. Der Olma-Auftritt wird hier in einem kleineren Rahmen gezeigt und trägt den Titel «Solma».

Die Olma findet vom 10. bis 20. Oktober in St. Gallen statt. Die Organisatoren erwarten bis zu 400'000 Gäste.