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Aargau Solothurn Sonntagsverkauf: Händler gehen kreativ mit Verbot um

Am 23. Dezember wittern Grossverteiler und Ladenbesitzer unmittelbar vor den Feiertagen das grosse Geschäft. Im Kanton Aargau jedoch ist der Sonntagsverkauf am 4. Advent per Gesetz verboten. Mit dem Verbot wird ganz unterschiedlich umgegangen.

Menschen tragen Einkaufstüten
Legende: Trotz Ausnahmen bleiben am 23. Dezember im Aargau die meisten Läden geschlossen. Keystone

Wer am 23. Dezember noch letzte Weihnachtsgeschenke kaufen will, kann dies trotz kantonalem Verbot auch im Aargau machen. Vorausgesetzt, er findet seine Wunschgeschenke auch bei kleinen Familienbetrieben. Denn diese sind nicht vom kantonalen Verbot betroffen und dürfen am 4. Advent Kunden bedienen. Allerdings nur, wenn ausschliesslich Familienmitglieder des Besitzers arbeiten.

In der Realität werden allerdings auch die meisten kleinen Läden am Sonntag ihre Türen nicht öffnen. Denn wenn die Grossverteiler geschlossen bleiben, rechnen sie mit wenig Laufkundschaft. Ausnahmen gibt es: In Aarau haben beispielsweise 22 kleine Läden gehöffnet. Ob sich ihr Aufwand lohnt, werden sie erst rückblickend sagen können.

Grossverteiler werben für andere Kantone

Für die Grossverteiler gilt das kantonale Verbot. Eine Beschwerde der Migros wurde Ende Oktober vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Die Migros versucht daher, ihre Aargauer Kunden mit Werbekampagnen auf die Angebote in den umliegenden Kantonen aufmerksam zu machen.

Die Aargauer Kundschaft soll sich zum Beispiel in Olten oder Egerkingen mit Weihnachtsgeschenken eindecken, so die Botschaft in grossen Zeitungsinseraten. Denn im Kanton Solothurn dürfen alle Geschäfte am kommenden Sonntag ihre Tore öffnen.

Aargauer Regierung will Angstellte schützen

Der Grund für das Verbot im Kanton Aargau ist, dass man Angestellte schützen will. Diese müssten sonst am 23. und 24. Dezember, an zwei erwartungsgemäss rekordverdächtigen Verkaufstagen hintereinander arbeiten.

Im nächsten Jahr übrigens liegt der 4. Advent weit weg vom 24. Dezember, dann ist der Sonntagsverkauf auch im Aargau wieder erlaubt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Meier Hans, Thun
    Die Menschen welche im Verkauf arbeiten haben auch Familie und Freunde da sie schon am Abend selten Zuhause sind und am sozialen Leben teilnehmen können sollte ihnen wenigstens noch der Sonntag gegönnt werden.Und übrigens möchte ich gerne wissen wie viel CO2 so ein Sonntagsverkauf verursacht wenn schon alle immer über CO2 sprechen!!!!
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  • Kommentar von Beat Walde, Wittnau
    Gerade denjenigen Konsumenten, die vermeintlich den Sonntagsverkauf als notwendig erachten, tut das Nachdenken über den Sinn des Sonntags sehr gut. Diese werden einen stressfreien Tag sicherlich als erbauend empfinden ... und sie können vielleicht eine Verkäuferin aus dem Bekanntenkreis nach dem Gottesdienst oder auf einem Spaziergang zwecks eines Schwatzes treffen. Den Verkaufsgeschäften entgeht in Wirklichkeit sehr wenig, die Gesellschaft gewinnt jedoch "zwischenmenschlich".
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