Sorgen wegen teurer Flugsicherung in Grenchen

Seit Anfang Jahr gelten neue Regeln für die Finanzierung der Flugsicherung auf Schweizer Regionalflugplätzen. Diese müssen mehr für die Leistungen der Skyguide bezahlen. Beim Flugplatz Grenchen überlegt man sich nun, was genau man noch benötigt, und was das für die Pilotenausbildung bedeutet.

Der Tower am Flughafen Grenchen

Bildlegende: Wie viel Flugsicherung durch die Skyguide braucht der Flughafen Grenchen? SRF/Bähram Alagheband

Unter dem Titel «Änderung der Verordnung über den Flugsicherungsdienst» kündigte das Bundesamt für Zivilluftfahrt an, dass ab dem 1. Januar 2016 neue Regeln gelten bei der Finanzierung der Flugsicherung. Finanziell davon betroffen sind vor allem die Regionalflughäfen, etwa jener im solothurnischen Grenchen. Sie müssen mehr für die Flugsicherung der Skyguide bezahlen.

Insgesamt sechs Millionen Franken pro Jahr müssen alle Regionalflughäfen zusammen zusätzlich berappen. Grenchen als grösster Regionalflughafen muss drei Millionen übernehmen, also die Hälfte.

Im Sinne einer Übergangslösung übernimmt der Bund die Kosten bis Ende Jahr, danach aber sind die Flughäfen gefordert. Es müsse sich darum bei der Skyguide etwas ändern, fordert Conrad Stampfli, Verwaltungsrat des Flughafens Grenchen. Die Kosten seien viel zu hoch.

Wie viel Flugüberwachung braucht Grenchen noch?

Mit der Gesetzesänderung werden die Regionalflughäfen aber auch entlastet. Sie sind neu nicht mehr verpflichtet, ihren Luftraum im Betrieb durch die Skygiude überwachen zu lassen. Für den Instrumentenanflug ist dies zum Beispiel nicht mehr nötig.

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Flugplatz Grenchen: Pilotenausbildung

9:55 min, aus Schweiz aktuell vom 21.7.2010

In Grenchen stellt sich die Lage allerdings ein wenig anders dar: Auf dem Flughafen ist die Swiss Aviation Training beheimatet. Die Firma führt die Grundausbildung der Piloten der Fluggesellschaft Swiss durch. Und für diese Ausbildung sei es zwingend, dass in Grenchen der Luftraum durch die Skyguide überwacht werde, sagt Verwaltungsrat Stampfli.

Es stelle sich nun die Frage, zu welchen Zeiten die Dienste der Skyguide in Grenchen noch benötigt würden. An Wochenenden oder zur Ferienzeit, wenn keine Pilotenausbildung stattfindet, sei die Überwachung nicht mehr nötig.

Einigung bis Ende Jahr

Conrad Stampfli hofft, dass Grenchen und die anderen Regionalflughäfen bis Ende Jahr eine Lösung finden zur Luftraumüberwachung. Bei der Skyguide gibt man sich zuversichtlich, dass dies möglich ist. Man sei bereits daran, die Kosten zu senken, heisst es auf Anfrage.