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Aargau Solothurn Spektakuläre Ausgrabungen in Hägendorf werden bald zugeschüttet

In Hägendorf werden in der Tongrube Fasiswald Ausgrabungen gemacht. Geologen forschen wie die Gesteinsschichten und das Gebiet vor rund 170 Millionen Jahren ausgesehen haben könnten. Dabei sind sie auf überdurchschnittlich viele Fossilien gestossen. Allerdings wird die Tongrube bald zugeschüttet.

Der Belchentunnel auf der Autobahn A2 zwischen Hägendorf und dem Kanton Basel-Landschaft muss saniert werden. Dazu baut das Bundesamt für Strassen ASTRA eine dritte Tunnelröhre. Die sogenannte Sanierungsröhre wird durch den Jura gebohrt. Der Aushub, der entsteht, wird in der Tongrube Fasiswald in Hägendorf aufgeschüttet.

Tongrube von aussen
Legende: Die Tongrube Fasiswald birgt wertvolle Fossilien. Jetzt werden sie für die Wissenschaft gesichert. SRF

Genau hier allerdings haben Geologen viele wichtige Fossilien gefunden. Muscheln, Ammoniten, Belemniten – viele Fossilien in einer enorm dichten Gesteinsschicht. Gefunden wurden Tiere, die vor über 170 Millionen Jahren einmal hier gelebt haben, in der Tongrube Fasiswald bei Hägendorf. Hier wurde vor Jahren Ton abgebaut, um Ziegel und Backsteine herzustellen. Heute ist die Tongrube ein beliebter Forschungsplatz für Geologen und Studenten.

Kanton muss Geotope schützen

Der Kanton Solothurn ist gemäss Verordnung verpflichtet, solche wertvollen Geotope zu schützen. Kann er sie nicht bewahren, muss er sie sichern, das heisst abtragen, dokumentieren, analysieren und der Forschung so weiter zur Verfügung stellen. «Das tut weh, klar. Es ist aber der Lauf der Zeit und ökologisch sinnvoll, wenn man alte Tongruben mit Aushubmaterial wieder auffüllt», erklärte Sedimentologe Achim Reisdorf.

Man müsse immer abwägen, ob das Interesse der Natur oder der Bevölkerung im Vordergrund stehe, weiss Yvonne Kaufmann vom Solothurner Amt für Umwelt. Hier erachten Kanton und ASTRA die Nähe der Deponie zur Tunnelröhre als wichtiger. Die LKW müssen mit dem Tunnelröhren-Aushub nicht weit fahren. Das Material kommt mit Förderbändern direkt in die riesige Tongrube. Die Tiere, darunter Geburtshelferkröten, werden umgesiedelt.

Die Ausgrabungen in der Tongrube Fasiswald laufen von Mitte August bis Anfang Oktober 2013. Bezahlt werden die Arbeiten durch den Kanton Solothurn und das Bundesamt für Strassen. 2017 soll die dritte Belchentunnelröhre stehen. Später sollen Teile der Ausgrabung im Naturmuseum Olten ausgestellt werden.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Die Geschichte wiederholt sich, wieso sollte man auf ein paar alte Fossilien verzichten, nur dass die Autofahrer schneller durch die Schweiz kommen? Es ist doch viel wichtiger mit Hämmerchen und Pinselchen jahrelang alten Mist auszubuddeln, als dafür zu sorgen, dass die Mensch vor lauter Staus nicht immer noch agressiver und kränker werden. Mit Natur und Menschheits-Geschichte hat das nichts zu tun, eher damit, in der Vergangenheit zu leben und dazu einen sicheren Ausgraber-Job zu haben.
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    1. Antwort von Christian Kolb, Rothrist
      1. Solche Ausgrabungen werden nicht mit Hämmerchen und Pinsel gemacht, sondern mit Hammer und ohne Pinsel. 2. Wenn die Menschen aggressiv und krank sind ist das ein Problem der Gesellschaft und nicht das der Geologen, die ihren Job machen. Die Geschichte des Lebens und der Erde sind ein Teil unserer Kultur und das Wissen darüber hat unsere Gesellschaft nachhaltig positiv beeinflusst. 3. Ausgraberjobs sind nicht sicher! 4. Wenn man von etwas keine Ahnung hat, sollte man einfach mal nichts sagen!
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