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Aargau Solothurn Spektakuläre Sprengungen im Attisholz machen Platz für Neues

Der Kanton Solothurn räumt auf. Am Freitagnachmittag wurden zwei ehemalige Gebäude der Zellulose-Fabrik Attisholz dem Erdboden gleich gemacht. Dies ist aber nur der Anfang: Auch Bahngeleise und Hochspannungsleitungen werden verlegt; damit die neuen Besitzer auf einem «Green Field» bauen können.

Legende: Video «Sprengung in Luterbach» abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 17.07.2015.

Kurz nach 14 Uhr am Freitagnachmittag; nach dem Warnsignal des Sprengmeisters ein lauter Knall – sechs Sekunden später ein Zweiter. Zuerst fällt der ehemalige Lift-Turm wie ein gefällter Baum zur Seite – dann ereilt das Hackschnitzel-Silo dasselbe Schicksal.

26 Kilogramm Sprengstoff, verteilt auf 119 Bohrlöcher, machen im Attisholz ein Stück Industriegeschichte dem Erdboden gleich. «Es hat alles wie geplant geklappt», sagt der sichtlich zufriedene Sprengmeister Walter Weber, als sich der Staub gelegt hat.

Wir haben der Firma Biogen ein sogenanntes ‹Green Field› versprochen.
Autor: Guido KeuneStellvertretender Leiter Hochbauamt Kanton Solothurn

Mit dem Pharmakonzern Biogen konnte der Kanton Solothurn einen lukrativen Investor nach Luterbach holen. Ende Juni wurde diese Neuansiedlung bekannt gegeben. Biogen hat auf dem Südteil des ehemaligen Industrieareals 22 Hektar Land gekauft und will dort eine Milliarde Franken investieren. Gegen 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Total werden vier Gebäude zurückgebaut

Legende: Video «Sprengungen in Luterbach» abspielen. Laufzeit 0:23 Minuten.
Vom 17.07.2015.

Vor dem Spatenstich im Dezember hat der Kanton jedoch noch einiges zu tun. Die durch die Firma Borregaard entstandenen Holzschnitzel-Mulden müssen noch zurückgebaut werden. Die Holzschnitzel werden entsorgt. Dann werden die Löcher mit dem natürlichen Untergrund, also mit Kies, aufgefüllt.

Zudem werden rund 1,5 Kilometer Eisenbahngeleise verlegt. Sogenannte Stammgeleise für Firmen, die ebenfalls auf dem ehemaligen Attisholz-Areal zu Hause sind. In Absprache mit dem Berner Energiekonzern BKW wird eine Hochspannungsleitung in den Boden verlegt.

Insgesamt baut der Kanton vier Gebäude zurück. Diese waren teilweise vermietet. «Die Mieter haben zum Glück sehr positiv reagiert. Wir konnten für fast alle eine neue Lösung finden», erklärt Guido Keune erleichtert. Einige davon sind nun auf dem Nord-Areal des ehemaligen Attisholz. Der Rückbau sollte bis im Herbst abgeschlossen sein. Biogen will im Dezember mit dem Neubau beginnen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Lothar Zeller, Olten
    Attisholz 2015: Einst mit Steuerrabatten subventioniert, nun in die Luft geblasen, beides mit freundlicher Unterstützung der Solothurner Regierung. Vielen Dank! Wie lange Biogen wohl bleibt, wenn die neuen Steuergeschenke mal abgelaufen sind? Werden auch die Angestellten langfristig davon profitieren, was der Investor und die „kooperativen“ Behörden vollmundig versprechen? Ein weiteres Abenteuer auf dem Areal, wo schon Blocher und Borregaard Hunderte von Angestellten zu Arbeitslosen machten.
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  • Kommentar von F. Mägi, St. Moritz
    Weshalb kommt mir bei dieser Geschichte dieses beschaulichen Dörfchens unweigerlich die Assoziation zu Friedrich Dürrenmatts «Besuch der alten Dame»?
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  • Kommentar von JB Chardin, Basel
    Deutsche Sprache - schwere Sprache ... " Wir haben der Firma Biogen ein sogenanntes ‹Green Field› versprochen." Krampfhaft greift man auf Anglizismen zurück, die dermassen weit her geholt sind, dass man schon wieder lachen kann.
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    1. Antwort von christoph heierli, paspels
      Mit Deutsch sprechen wir eine schöne und vor allem sehr genaue Sprache. Seit einigen Jahren wird immer mehr von unserer Sprache mit Anglizismen durchsetzt und versaut. Wo bleibt unser Stolz? Vor allem auch die Medien und ihre "Journis" sollten sich an der Nase nehmen.
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