Pferdekrankheit Sperrzone Birrfeld: Polo-Turnier findet definitiv statt

Um die Verbreitung der Infektiösen Anämie zu stoppen, wurde das Birrfeld für 90 Tage zum Pferde-Sperrgebiet erklärt.

Das ist neu: Gefunden wurde das kranke Pferd in Mülligen, schweizweit der erste bekannte Fall von Infektiöser Anämie bei Pferden seit 1991. Inzwischen sind keine neuen Fälle aufgetreten, schreibt der Kanton Aargau in einer Mitteilung. Man habe alle Pferde im Sperrgebiet rund um Müllingen untersucht.

Das Virus: Die Viruserkrankung kann bei so genannten Einhufern auftreten, wie zum Beispiel bei Pferden, Eseln und Maultieren. Für andere Tierarten und den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Die Konsequenz: Infizierte Tiere müssen eingeschläfert werden, so auch das erkrankte Tier in Mülligen. Die übrigen im Bestand gehaltenen Pferde werden unter Quarantäne gestellt und streng überwacht, wie das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau am Montag mitteilte.

«  Bei dem kranken Pferd handelte es sich, genau wie vor 26 Jahren, um ein importiertes Pferd. »

Erika Wunderlin
Kantonstierärztin Aargau

Sperrgebiet Birrfeld

Die Viren der Infektiösen Anämie werden auf verschiedene Arten übertragen. Meistens geschieht die Infektion durch stechende Insekten wie Bremsen und Stechmücken, das Virus kann aber auch beim Deckakt oder durch unsaubere Spritzen übertragen werden. Laut der Tierseucheverordnung sei es deshalb notwendig, ein Sperrgebiet von 1 Kilometer um den verseuchten Bestand zu errichten.

Der kantonale Veterinärdienst hat deshalb das ganze Birrfeld zum Sperrgebiet erklärt (siehe Karte). Bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass sich die Krankheit bereits weiterverbreitet habe.

Landkarte, in grüner Schraffierung ist das Sperrgebiet eingezeichnet.

Bildlegende: Der kantonale Veterinärdienst hat das ganze Birrfeld zum Sperrgebiet erklärt. Das Sperrgebiet besteht während 90 Tagen. zvg/DGS Kanton Aargau

Im Sperrgebiet sei jeglicher Handel und Verkehr mit Pferden während 90 Tagen verboten, betont der kantonale Veterinärdienst: «Pferde und andere Einhufer dürfen nur mit schriftlicher Bewilligung des kantonalen Veterinärdienstes aus oder ins Sperrgebiet gebracht werden».

Insektenspray für Pferde «unabdingbar»

Nicht betroffen sei hingegen der Transittransport von Pferden auf der Autobahn A3.

Alle Pferde und anderen Einhufer, die im Sperrgebiet gehalten werden, können ins Freie gelassen und innerhalb des Sperrgebiets auch geritten werden, «wenn sie zuvor durch eine wirksame Insektenbekämpfung geschützt worden sind», so der kantonale Veterinärdienst weiter.

Das Auftragen von Insektensprays sei unabdingbar, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Mitte August soll im Birrfeld das Poloturnier stattfinden

Am 12. und 13. August findet das grosse Poloturnier im Birrfeld statt. Daraufhin hat die Aargauer Kantonstierärztin das Gebiet zur Sperrzone für Pferde erklärt. Die Organisatoren des Turniers waren trotzdem zuversichtlich, dass das Turnier stattfinden kann, sagte damals Stefan Locher, OK-Präsident des Legacy Pollo Cup im Birrfeld. «Wenn man ein Turnier durchführen will, dürfen wir keine Pferde importieren oder exportieren. Aber wir dürften es mit eigenen Pferden durchführen», sagt Locher gegenüber SRF. Der Polo-Club hat 60 eigene Pferde, genügend für ein Turnier. 60 Pferde, das reicht für 6 Mannschaften. Normalerweise sind es 8 Teams mit 90 Pferden. Seit Dienstag ist klar, das Turnier findet statt, genau unter den Bedingungen, dass der Poloclub die eigenen Pferde nutzt, schreibt der Kanton Aargau in einer Mitteilung.

Infektiöse Anämie

Sie zeigt sich als akute oder chronische Krankheit mit Fieber, Leistungsabfall, Abmagerung und Blutarmut. Oft sind infizierte Pferde im chronischen Stadium und zeigen keine Symptome. Deshalb ist die Krankheit teils kaum festzustellen. Eine Therapie oder einen Impfstoff gibt es nicht. Die Krankheit endet nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich.