Stabübergabe beim Regionaljournal Aargau Solothurn

Der Generationenwechsel ist perfekt: Andreas Capaul (62) tritt ab, Maurice Velati (34) tritt an. Andreas Capaul arbeitete seit 1996 für die SRG. In dieser Zeit hat er sich immer für den Service Public engagiert. Und er wird die Hektik des journalistischen Alltagsgeschäftes vermissen.

Redaktor beim «Aargauer Volksblatt» – mit dieser Stelle begann Andreas Capaul seine journalistische Laufbahn. 1988 war es, als Metteure noch Zeitungsseiten zusammenklebten vor dem Belichten und als Filme noch belichtet und Fotos entwickelt wurden.

«  Das Fundament von Andreas Capaul war stets der Service public. »

Rolf Hieringer
Leiter Regionaljournale Radio SRF

Seither hat sich viel verändert, die Arbeitsgeräte sind andere, die Digitalisierung hat Einzug gehalten. Heute kann Andreas Capaul einen ganze Radiobeitrag auf seinem iPhone produzieren, aufnehmen und übermitteln – alles eine Frage von Sekunden.

Leidenschaft für den Lokaljournalismus

Andreas Capaul hat die rasante Entwicklung der Arbeitsgeräte und den Wechsel vom Printjournalisten zum Radiojournalisten souverän gemeistert. Seine Stationen: «Aargauer Volksblatt» (AV) – «Sport» – AV – «Limmattaler Tagblatt» – Regionaljournal Aargau Solothurn.

Andreas Capaul am Redaktionstisch

Bildlegende: Andreas Capaul schätzt am Journalismus die Hektik. Stefan Ulrich/SRF

Was aber immer gleich geblieben ist: die Leidenschaft für den Lokaljournalismus. Privat reist er gerne in die Ferne, im beruflichen Alltag reizt ihn das Naheliegende. Die Arbeit als Regionaljournalist empfindet er als vielfältig und anspruchsvoll. «Bei der regionalen Berichterstattung setzt man die Glaubwürdigkeit viel rascher aufs Spiel als anderswo», sagt Capaul.

«Die Hektik des Tagesgeschäftes werde ich vermissen», meint Capaul weiter. «Wir mussten Sendungen oft unter Druck produzieren. Die Befriedigung war aber jeweils gross, wenn sie gut über den Äther gingen.»

Hektik pur spürte Andreas Capaul am 27. November 2004. An diesem Samstag starben beim Einsturz einer Tiefgarage in Gretzenbach sieben Feuerwehrleute. Capaul war damals alleine im Studio. Von dort aus koordinierte er den Einsatz der Reporterin im Ausseneinsatz und steuerte den Informationsfluss zur Nachrichtenzentrale von Radio DRS in Bern.

«Bun di» – es ruft der Romanisch-Kurs

Andreas Capaul war von 1996 bis 2006 Redaktor beim Regionaljournal Aargau Solothurn. In den vergangenen neun Jahren hat er die Redaktion geleitet. «Sein Fundament war stets der Service public. Mit seiner Beharrlichkeit, mit seinem Wissen und mit seiner Umsicht machte er das Regionaljournal zu einer gewichtigen Stimme, die in der Region gehört und geachtet wird», bilanziert Rolf Hieringer, Leiter der Regionaljournale von Radio SRF.

Der abtretende Redationsleiter freut sich auf den Ruhestand: «Nun kann ich den Tag selber einteilen und in aller Ruhe zum Garten schauen.» Aber allzu ruhig will es Capaul nicht angehen. Er kehrt zurück zu seinen Bündner Wurzeln und hat sich zum Ziel gesetzt, Romanisch zu lernen. Der Intensivkurs im Herbst ist schon gebucht.

«  Ich bin sicher, Maurice Velati wird die Redaktion AG SO umsichtig in die Zukunft führen. »

Rolf Hieringer
Leiter Regionaljournale Radio SRF

Maurice Velati

Bildlegende: Maurice Velati ist nicht nur Radiojournalist, sondern auch Tontechniker, Langstreckenläufer und Vater. SRF

Nachfolger von Andreas Capaul wird Maurice Velati, ein bekanntes Gesicht in der Radiolandschaft des Aargaus und eine noch bekanntere Stimme, arbeitet er doch seit 2002 bei Radio SRF als Reporter für das Regionaljournal und auch als Aargauer Regionalkorrespondent für die nationalen Sendungen. Seit 2010 war Velati stellvertretender Redaktionsleiter und gleichzeitig Projektleiter Online für sämtliche Regionaljournale.

Gefragt, was ihn an der Aufgabe des Redaktionsleiters reizt, antwortet Velati: «Regional- und Lokaljournalismus ist für mich der spannendste Journalismus überhaupt. Unsere Redaktion ist nahe an den Themen, nahe bei den Leuten. Mit einem starken Team in diesem spannenden Umfeld gute Sendungen zu machen, das interessiert mich sehr.»