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Stadtgeschichte Solothurn Viel mehr Altes in der Krone als gedacht

Das Hotel Krone – respektive das Hotel de la Couronne, wie es heute heisst – hat eine lange Geschichte hinter sich, sie geht zurück bis ins 15. Jahrhundert. Die Denkmalpflege des Kantons Solothurn nutzte den kürzlich erfolgten Hotelumbau, um aufwändige Untersuchungen durchzuführen. Diese brachten neue Erkenntnisse zu Tage, erzählt Bauforscher Urs Bertschinger im Interview mit Radio SRF.

SRF News: Urs Bertschinger, eigentlich weiss man schon ziemlich viel über die Krone und ihre berühmten Gäste wie beispielsweise Napoleon oder Sophia Loren. Weshalb haben Sie diese Untersuchungen überhaupt gemacht?

Urs Bertschinger: Man weiss tatsächlich viel über den Gasthof. Das, was man bisher wusste, ist aber mehrheitlich im 18. und 19. Jahrhundert passiert. Sehr wenig bis nichts wusste man über die Entwicklung der Bauten im Laufe der früheren Jahrhunderte. Das heutige barocke Gebäude hatte nämlich zahlreiche Vorgängerbauten. Im Rahmen des Umbaus konnten wir nun alles etwas genauer anschauen. Wir bekamen einen Einblick in die Bausubstanz, in die Decken, und das Mauerwerk. Somit kamen wir ein paar hundert Jahre weiter in der Baugeschichte.

Welche neuen Erkenntnisse konnten Sie so gewinnen?

Die wichtigste und überraschendste Erkenntnis ist folgende: Bisher ging man davon aus, dass im Jahr 1772 der damalige Kronenwirt alle älteren Gebäude niederriss, um das heutige barocke Gebäude zu bauen. Man meinte, dass heute nichts mehr übrig ist von diesen Vorgänger bauten. Nun haben wir aber Befunde, die viel weiter zurückgehen. Also in diesem heutigen barocken Gebäuden hat es erste Bauteile, die noch am Ort vorhanden ist. Sie beginnen bei 1430. Es ist noch viel mehr alte Bausubstanz vorhanden, als man bisher dachte.

Können Sie beschreiben, wie diese Vorgängerbauten ausschauten?

Der erste Bau, den wir nachweisen können, war 1430 ein zweigeschossiger, kleiner Bau, neun auf neun Meter, massiv gemauert mit Eichendecken. Der stand aber nicht vorne an der Strasse, sondern weiter hinten in der südwestlichen Ecke des heutigen barocken Gebäudes. Das heisst also, dass der Kronenplatz, der heute von Bauten umrandet ist, damals viel heterogener bebaut war. Die ganzen Gassenfluchten, die wir heute durchlaufend haben, waren früher nicht so. Damals hatte es Vorhöfe, Einfahrten, und so weiter. Bei diesem ersten kleinen Bau von 1430 wurde bereits fünf, sechs, sieben Jahre angebaut und so wurde er kontinuierlich vergrössert, bis er irgendwann effektiv in der heutigen Gassenflucht landete. Das ist natürlich auch städtebaulich sehr interessant.

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