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Aargau Solothurn Stadtmist Solothurn: Jetzt sollen Praktiker die Kosten ermitteln

Die sogenannten «Stadtmist»-Deponien vor den Toren Solothurns müssen saniert werden. Doch wie teuer wird das? Ein Gutachten spricht von 300 Millionen Franken. Stadt und Kanton hoffen, dass es billiger geht. Deshalb lassen sie jetzt Entsorgungs-Spezialisten Offerten einreichen.

Wiese, Bagger gräbt grusigen Güsel aus dem Boden aus, ein Bauarbeiter im orangen Gwändli steht daneben.
Legende: Unter dem Boden vor den Toren von Solothurn liegen Altlasten. Die teure Totalsanierung ist nun ausgeschrieben. Stéphanie Logassi Kury

Wie teuer kommt es, die drei Solothurner «Stadtmist»-Deponien «Oberer Einschlag», «Spitelfeld» und «Unterhof» zu sanieren? Die Frage beschäftigt Solothurn schon eine ganze Weile.

Ein Gutachten kam im Sommer 2015 zum Schluss: Eine Totalsanierung würde 300 Millionen Franken kosten. Man könne den Stadtmist aber auch nur teilsanieren, also den Abfall im Boden belassen und die Deponie so abdichten, dass kein Gift mehr ins Wasser gelangt. Das würde lediglich 65 Millionen kosten.

Wettbewerb soll Kosten senken

Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn drängt auf eine Totalsanierung und ist überzeugt, dass diese für weniger Geld als die geschätzten 300 Millionen zu haben ist. Das vom Schreibtisch aus erstellte Gutachten sei ungenau, hiess es im Sommer.

Markus Spring, Projektleiter Altlastensanierung Stadt Solothurn, geht heute davon aus, dass die Kosten um 30 Prozent gesenkt werden können. Dass eine Totalsanierung also für 200 Millionen zu haben ist. Möglich machen soll es der Wettbewerb. Stadt und Kanton als Landbesitzer schreiben die Sanierung deshalb nun aus. Firmen können Offerten einreichen.

Ab dem Frühling wird gebaggert

Bis März 2016 wollen Kanton und Stadt drei bis vier geeignete Unternehmen finden, die für den Auftrag in Frage kommen. Diese sollen danach konkrete Offerten mit Hilfe von Testsanierungen erarbeiten. Das heisst: Die Unternehmen können selber einen Teil des Stadtmistes ausbaggern und analysieren.

Projektleiter Spring schätzt, dass 200 Tonnen Material ausgebaggert werden – nur um Offerten erstellen zu können. Vorgesehen ist die Testsanierung von März bis Mai 2016.

Die politische Frage

In rund einem Jahr sollen die Offerten dann vorliegen. Projektleiter Markus Spring hofft, dass sich Stadt und Kanton Solothurn bis dahin Gedanken gemacht haben, wieviel ihnen die Sanierung der Deponie Wert ist: «Parallel zu dieser ganzen Totalunternehmer-Submission muss man jetzt die politische Diskussion starten.»

Die Frage sollte also diskutiert werden: Das Gift im Boden lassen für 65 Millionen, oder alles rausnehmen für vielleicht 200 Millionen?

Totalsanierung für die Wasserstadt?

Hintergrund für die Sanierung des Solothurner Stadtmistes sind Pläne, in diesem Gebiet an der Aare das 630 Millionen Franken teure Wohnbauprojekt Wasserstadt zu realisieren. Vorgesehen ist der Bau einer Überbauung mit rund 700 Wohnungen, die bis zu 1000 Menschen Platz bieten sollen.

Um die Wasserstadt zu realisieren ist eine Totalsanierung des Stadtmistes nötig. Diese wiederum ist nur finanzierbar, wenn der Bund sich an den Kosten beteiligt. Und dieser wiederum beteiligt sich nur an den Kosten, wenn die Totalsanierung auch aus Sicht der Umwelt die beste Lösung ist. Davon will der Kanton den Bund nun bis Herbst 2016 überzeugen.

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