Stadtrat von Laufenburg legt sich quer bei «Spitex ideal»

Die Gemeinderäte von Gansingen und Mettauertal begrüssen «Spitex ideal». Es ist eine Idee der Spitex Regio Laufenburg. Sie will neben dem Grundangebot der Pflege weitere Dienstleistungen anbieten, zum Beispiel Tagesbetreuung oder Fahrten zum Arzt. Doch der Stadtrat von Laufenburg macht nicht mit.

Spitex hilft alter Frau

Bildlegende: Die Spitex Regio Laufenburg will alten Menschen mehr bieten als Pflege. Kommt sie damit der Pro Senectute in die Quere? Keystone

Es gibt immer mehr alte Menschen, die immer länger zu Hause sein wollen. Sie brauchen nicht in erster Linie Pflege, sondern Unterstützung im Alltag. Die Spitex Regio Laufenburg will nun auf diesen Trend reagieren.

Sie hat das Konzept «Spitex ideal» entwickelt. Neben der Pflege und der Haushilfe will sie neu auch Hilfe bieten bei Dingen wie Fenster putzen. Auch Fahrten zum Arzt sollen angeboten werden.

«Wir wollen mehr als die Grundbedürfnisse abdecken», erklärt Cécile Weber, Präsidentin des Vereins Spitex Regio Laufenburg. «Es geht in Richtung Tagesbetreuung.» Für dieses Angebot hätte die Spitex neues Personal angestellt. Und die Finanzierung sollte völlig getrennt sein von der regulären Spitex-Rechnung.

Konkurrenz zu Pro Senectute

Die Anregung zum neuen Konzept kam ursprünglich von den Gemeinderäten der Trägergemeinden Laufenburg, Gansingen und Mettauertal. Letztere stehen nach wie vor hinter dem Konzept. Sie sind damit einverstanden, dass jede Gemeinde pro Einwohner und Jahr 2 Franken 50 für «Spitex ideal» einsetzt.

Der Stadtrat von Laufenburg hat aber an seiner letzten Sitzung entschieden, dass er bei «Spitex ideal» nicht mitmacht. Die Behörde hat grosse inhaltliche und finanzielle Bedenken.

Das von «Spitex ideal» ins Auge gefasste Angebot gäbe es ja schon, sagt der zuständige Stadtrat Thomas Argast: «Die Spitex hat Verträge mit der Pro Senectute. Man würde da in Konkurrenz treten mit einem langjährigen Partner.»

«Spitex ideal» sei aber nicht nur überflüssig, sondern finanziell auch schwer kalkulierbar, führt Thomas Argast weiter aus. Die 2 Franken 50 pro Einwohner würden 6000 Franken ausmachen. Das sei immerhin 0,1 Steuerprozent.

Aber vor allem seien die Kosten nicht kalkulierbar: «Ich hätte einen Businessplan erwartet, in dem steht, wie die Leute angestellt werden, was die Kosten sind und die Ausgaben. Doch der Plan ist nicht vorhanden und deshalb kann man nicht sagen, ob das tragbar ist.»

Für den Verein Spitex Regio Laufenburg kommt das Nein der Stadt Laufenburg überraschend. Mitte Januar wird nun entschieden, ob und wie es mit «Spitex ideal» weitergeht.