Stagediving-Unfall: Kofmehl ergreift Sofortmassnahmen

Die Solothurner Kulturfabrik zieht erste Konsequenzen aus dem tödlichen Unfall vor zwei Wochen. Die Verantwortlichen haben Warnschilder im Club angebracht und wollen den Dialog mit Besuchern suchen.

Ein Konzertbesucher lässt sich tragen.

Bildlegende: Stagediving, sich vom Publikum tragen lassen, ist an vielen Konzerten zu einem Ritual geworden. Keystone

Das Kofmehl ergreift nach dem Tod eines 28-jährigen Konzertbesuchers die Initiative. «Wir haben im Eingangsbereich Hinweisschilder angebracht, die auf die Gefährlichkeit von Stagediving hinweisen», sagt Pipo Kofmehl, Leiter der Kulturfabrik, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Seit dem tödlichen Unfall vor zwei Wochen fanden im Kofmehl keine Konzerte mit Sprung ins Publikum statt. Nächste Woche aber gastieren im Club Bands, bei denen es potenziell zu Stagediving kommen könnte, so Kofmehl weiter. Die Clubmitarbeiter werden deshalb gleich im Eingangsbereich den Dialog mit den Konzertbesuchern suchen und sie bitten, nicht von der Bühne zu springen.

Stagediving-Verbot nicht vom Tisch

Kofmehl glaubt, dass mit diesen Sofortmassnahmen Stagediving verhindert werden kann. Ein Stagediving-Verbot steht aber weiter zur Diskussion. Der Leiter der Kulturfabrik hat seit dem Unfall Reaktionen beispielsweise von Bands und Veranstalter gesammelt. Am kommenden Montagabend wolle man mögliche weitere Schritte besprechen.

Am 21. Januar ist im Kofmehl ein 28-jähriger Mann beim Stagediving verunfallt. Das Publikum fing ihn ungenügend auf, weshalb er auf dem Boden aufschlug. Zuerst war er noch ansprechbar und konnte aufstehen. Mitarbeiter des Lokals brachten ihn dennoch in ein Spital, wo er zwei Tage später verstarb.