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GE-Logo an Firmengebäude
Legende: GE-Hauptsitz in Baden: 900 Stellen sollen verschwinden, teilen Personalvertretung und Firmenleitung übereinstimmend mit. Keystone
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Aargau Solothurn Stellenabbau bei GE/Alstom in Baden: 900 Mitarbeiter betroffen

Im Januar kommunizierte der Konzern General Electric, dass er an den ehemaligen Alstom-Standorten in der Schweiz über 1300 Stellen streichen werde. Nun ist die Konsultationsfrist abgelaufen: Jetzt spricht GE noch von 900 Stellen.

Der amerikanische Konzern General Electric GE hat Teile des französischen Energiekonzerns Alstom übernommen. Im Rahmen dieser Übernahme wollen die Amerikaner Überkapazitäten abbauen und Doppelspurigkeiten vermeiden. Davon seien über 1300 Stellen in der Schweiz betroffen, hiess es im Januar.

Diese Zahl sorgte damals für grosse Betroffenheit und Proteste der Gewerkschaften. Nun hat GE den geplanten Abbau nach unten korrigiert. In einer Mitteilung vom Montag spricht der Konzern von einer «konstruktiven Konsultation».

900 Kündigungen?

Demonstrantin hält Plakat in die Höhre "kee the Jobs in Switzerland"
Legende: Am 23. Januar demonstrierten Gewerkschaften vor den GE-Gebäuden in Baden gegen die angekündigte Massenentlassung. Keystone (Archiv)

Man habe im Gespräch mit Sozialpartnern und Behörden Möglichkeiten gefunden, um die «sozialen Auswirkungen abzuschwäche»: Es werden keine Standorte geschlossen in der Schweiz, die Zahl «potentieller Entlassungen» wurde von 1300 auf 900 reduziert.

Etwas deutlicher äussert sich GE-Vizepräsident Michael Rechsteiner anlässlich einer Telefonkonferenz für Journalisten. «Wir werden bis Ende 2017 900 Kündigungen aussprechen», sagt der Manager.

Grundsätzlich bekennt sich der amerikanische Konzern weiterhin zum Standort Schweiz. Man wolle hier eine «langfristige und bedeutende Präsenz» etablieren. Die globalen Hauptsitze der Sparten Wartungsgeschäft und Dampfturbinen von GE wurden in Baden angesiedelt. Im Wartungsbereich (Power Services) will GE bis im nächsten Jahr 170 neue Stellen schaffen. Ausserdem wolle man eine bedeutende Forschungsabteilung (Engineering) für zukünftige Technologien in der Schweiz aufrecht erhalten.

Personalvertretungen bleiben unzufrieden

Die Personalvertretungen zeigen sich nach der Konsultationsphase trotzdem ernüchtert. Die Schweiz sei gegenüber anderen Ländern überproportional vom Abbau betroffen. Mit der Reduktion des Stellenabbaus auf 900 mögliche Betroffene sei man noch nicht am Ziel.

Die Personalvertretungen glauben, dass maximal 650 Stellen abgebaut werden müssten. Ein Indiz dafür seien unter anderem die neu geschaffenen Stellen, heisst es in der Mitteilung. Zudem sei das Potential von vorzeitigen Pensionierungen nicht ausgeschöpft. Ein Vertreter der Gewerkschaft «Angestellte Schweiz» zeigte sich gegenüber Radio SRF optimistisch, dass GE am Schluss nicht ganz so viele Kündigungen aussprechen werden.

GE will die Restrukturierung bis Ende 2017 abschliessen. Mit den ersten Kündigungen rechnen die Personalvertretungen ab Juli 2016.

Für die betroffenen Mitarbeitenden gibt es einen Sozialplan, wie der Aargauer Regierungsrat kurz nach Mittag mitteilte. Man könne für die Betroffenen eine «umfassende Betreuung» sicherstellen dank intensiver Zusammenarbeit zwischen GE und dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Auch die Aargauer Kantonsregierung bedauert den Stellenabbau. Sie erwartet aber, dass sich die Zahl noch einmal «signifikant reduzieren» lasse. Dies sei möglich durch interne Stellenangebote und den Aufbau von neuen Stellen.

Über 5000 Arbeitsplätze im Aargau

General Electric ist die grösste private Arbeitgeberin im Kanton Aargau. An den Standorten Baden, Birr, Dättwil, Turgi und Oberentfelden arbeiten zur Zeit etwa 5100 Mitarbeitende. Das ehemalige Alstom-Gasturbinengeschäft musste GE nach der Übernahme an den italienischen Konzern Ansaldo verkaufen. Das hatte die EU-Wettbewerbskommission entschieden.

Legende: Video Nachrichten Wirtschaft abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.06.2016.
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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    In der Sendung "Schweiz aktuell" fragte der Reporter 4 Betroffene. 3 davon waren Ausländer! Müsste sich unsere Wirtschaft nicht endlich wieder mit weniger "Wachstum" und Aufblähungen zufrieden geben? Die Probleme mit einer jährlichen Nettoeinwanderung von 70-90'000 Migranten (ohne Asylanten!) müssen wir alle tragen, nicht bloss solche Grossunternehmen! Es gilt, endlich etwas langfristiger über unsere Zukunft nachzudenken! Das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern mit Vernunft!
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