Stellenabbau Scintilla Zuchwil – Regierung will helfen

Bei der zu Bosch gehörenden Scintilla sollen bis Mitte 2016 330 Stellen verschwinden. Bosch begründet den Abbau mit den zu hohen Kosten in Zuchwil. Für «Angestellte Schweiz» sind die Argumente dafür nicht nachvollziehbar. Die Solothurner Regierung will den Betroffenen mit allen Mitteln beistehen.

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Bildlegende: Bosch organisiert die Produktion von Elektrowerkzeugen in Europa neu. Das kostet Arbeitsplätze in Zuchwil. Keystone

Die Medienmitteilung der Robert Bosch AG ist überschrieben mit «Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen». Die Produktion von Elektrowerkzeugen werde eingestellt und nach Miskolc in Ungarn verlagert. Für Zuchwil bedeutet das den Verlust von 330 der 625 Arbeitsplätze.

In der Medienmitteilung wird Henning von Boxberg, Vorsitzender von Bosch Power Tools, mit den Worten zitiert: «Wir bedauern dies sehr. Leider ist jedoch eine wirtschaftliche Fertigung der Werkzeuge zur Holz- und Oberflächenbearbeitung in Solothurn nicht mehr möglich.»

In Zuchwil habe man in den letzten Jahren Verluste geschrieben, schreibt Bosch. Die Produktion sei im Vergleich zu anderen Ländern zu teuer. Zudem sei der Wechselkurs des Frankens schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit.

Das Unternehmen führt gegenwärtig Gespräche mit den Vertretungen der Arbeitnehmer. In der Schweiz läuft ein Konsultationsverfahren. Die Arbeitsplätze im Kanton Solothurn sollen «sozialverträglich» abgebaut werden, unter anderem mit Frühpensionierungen. «Betriebsbedingte Kündigungen würden sich voraussichtlich nicht ausschliessen lassen.»

Gewerkschaften wollen Arbeitsplätze erhalten

Der Verband Angestellte Schweiz spricht von einem «Kahlschlag bei Scintilla». Er will möglichst viele Arbeitsplätze erhalten und Härtefälle vermeiden. Die Angestellten Schweiz sind erstaunt, dass die Massnahme unter anderem mit dem starken Schweizer Franken begründet werde.

Eshter Gassler

Bildlegende: Die Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler hat schon viele Fabrikschliessungen miterlebt. zvg

«Dieses Argument galt vielleicht noch vor zwei Jahren. Heute ist die Teuerung ist im Ausland viel grösser, und dadurch entschärfte dieses Problem in der Schweiz», erklärt Hansjörg Schmid, Leiter Kommunikation von «Angestellte Schweiz» gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Die Gewerkschaft Unia hält die Verlagerung der Produktion nach Ungarn für «unhaltbar». Sie will, dass die Konsultationsfrist, die eigentlich bis zum 20. Dezember dauert, um einen Monat verlängert wird. Die Unia ruft den Kanton Solothurn auf, einen runden Tisch mit allen Beteiligten einzuberufen.

Regierung will betroffenen Mitarbeitern beistehen

Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler bedauert den Entscheid von Bosch. Der Staat könne zwar nicht grundsätzlich Einfluss nehmen auf Betriebe. «Wir wollen aber den betroffenen Mitarbeitern mit allen Mitteln beistehen», betonte Gassler.

Keine grösseren Folgen befürchtet Esther Gassler für die gesamte Solothurner Wirtschaft: «Unsere Wirtschaft ist sehr beweglich, sehr aufnahmefähig.» Dies sehe man nicht zuletzt an der tiefen Arbeitslosigkeit des Kantons Solothurn (SO: 2,5%, CH: 3,1%).