Steuern zahlen wird im Aargau einfacher

Wer im Aargau seine Steuern früh bezahlt, wird ab 2014 besser belohnt. Als einer der letzten Kantone stellt der Aargau sein starres Modell um. Neu wird jede Zahlung vor dem 31. Oktober mit einem Zins honoriert.

«Kundenfreundlich» sei die neue Lösung, lobt Roland Aregger, Leiter Volkswirtschaft beim Aargauer Steueramt: «Wir möchten ein Modell anbieten, das flexibel ist. Die Leute können dann einzahlen, wenn sie das Geld haben, und müssen sich nicht mehr an einen sklavischen Termin halten».

Bislang hatte im Aargau der Steuerzahler nur eine Möglichkeit, wenn er seine Steuern vor dem 31. Oktober zahlen wollte. Er konnte sie genau ein halbes Jahr vorher bezahlen, per Ende April, und erhielt dafür einen Steuerrabatt. Einzahlungen vor oder nach dem 30. April lohnten sich nicht.

Kanton will eher zu seinem Geld kommen

Neu können die Aargauer ihre Steuern so früh bezahlen, wie sie möchten, und werden in jedem Fall belohnt. Egal ob sie im Januar, im Juli oder im September bezahlen: alles Geld, das vor Ende Oktober beim Kanton eintrifft, wird mit aktuell 0,5 Prozent verzinst. Auch Ratenzahlungen sind dadurch möglich, wobei jeder selber festlegen kann, in welchen Raten er die Steuern begleichen möchte.

Der Zins wird von der Regierung jährlich neu festgelegt und orientiert sich am übrigen Zinsniveau. Die für 2014 gültigen 0,5 Prozent seien «ein höherer Zins als bei der Bank», meint Roland Aregger. Das Ziel ist klar: Der Kanton möchte erreichen, dass viele ihre Steuern möglichst früh zahlen und die Staatskasse so eher zu Geld kommt als heute.

Staat lässt sich nicht als Bank missbrauchen

Als Bank missbrauchen lässt sich der Staat nur bedingt. «Ein bisschen mehr einzahlen ist kein Problem», sagt Roland Aregger vom Steueramt. Wer allerdings übermässig viel Steuern einzahlt, in der Hoffnung, von den Zinsen profitieren zu können, wird überprüft.

Ab 2014 wird das frühe Einzahlen der Steuern im Aargau belohnt.

Bildlegende: Ab 2014 wird das frühe Einzahlen der Steuern im Aargau belohnt. Keystone

Verdächtig macht sich, wer über 50 Prozent oder 10‘000 Franken mehr einzahlt, als er laut der Steuerrechnung müsste. Sollte die Überprüfung ergeben, dass jemand aus guten Gründen mehr einzahlt, so erhält er eine neue, höhere provisorische Steuerrechnung.

Nichts geändert wird übrigens bei jenen, die ihre Steuern zu spät einzahlen. Wer nach dem 31. Oktober dem Staat noch Geld schuldet, wird mit einem Verzugszins von aktuell fünf Prozent bestraft.

Viele Aargauer müssen weniger Steuern zahlen

Nicht nur wegen des System-Wechsels wird für die Aargauer Steuerzahler 2014 ein spezielles Jahr. Die meisten werden tiefere Steuerrechnungen erhalten, stellt das Steueramt in Aussicht. Der Grund: In einer Abstimmung hatte 2012 das Volk eine Entlastung des Mittelstands angenommen. Ein Teil dieser Steuergesetzrevision tritt nun in Kraft.

Neben tieferen Einkommenssteuern gibt es ab 2014 aber auch tiefere Vermögenssteuern, höhere Kinderabzüge, sowie höhere Abzüge für Kinderbetreuung (maximal 10'000 bis zum 14. Geburtstag) und bei den Parteispenden (10‘000 pro Steuererklärung).