Strafanzeige gegen Uhrencup zurückgezogen

Rund um den Uhrencup Grenchen überschlugen sich am Donnerstag die Ereignisse. Am Morgen liess die Meldung aufhorchen, gegen den Uhrencup sei eine Strafanzeige eingegangen. Am Nachmittag wurde diese Anzeige zurückgezogen. Im Mittelpunkt steht ein ehemaliges Vorstandsmitglied des FC Grenchen.

Bildmontage: Im Hintergrund Fussballspieler mit Publikum, im Vordergrund Handelsregister-Auszug.

Bildlegende: Die umstrittene Passage im Firmenzweck wurde 2012 aus dem Handelsregister gestrichen: «... für den FC Grenchen» ist weg. Keystone/SRF

Am Dienstagabend ging der Uhrencup 2013 zu Ende: Fortuna Düsseldorf bezwang GC im Spiel um den dritten Platz. Hinter den Kulissen geht der Kampf nun weiter, allerdings neben dem Spielfeld. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins FC Grenchen reichte gegen den Uhrencup eine Strafanzeige ein.

Vorwurf: Ungetreue Geschäftsführung

Der Vorwurf in der Strafanzeige: Ungetreue Geschäftsführung, eventualiter auch Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung zu Lasten des FC Grenchen.

Der Hintergrund: Ursprünglich sei die Firma Uhrencup & Events GmbH mit dem Firmenzweck gegründet worden, Sportanlässe «für den FC Grenchen» durchzuführen. So ist es auch im Handelsregistereintrag von 2005 nachzulesen. Dieser Firmenzweck wurde 2012 geändert: Der FC Grenchen (FCG) wird neu mit keinem Wort mehr erwähnt.

Der «lukrative» Uhrencup bringt dem FCG nichts mehr

Der Verein sei darüber nicht informiert gewesen, so der Kläger laut soaktuell.ch. Vor allem aber seien durch diese Änderung dem Fussballclub aus der 1. Liga Classic finanzielle Mittel entgangen. Mit der Ausgliederung des «lukrativen» Uhrencups hätten die Firmeninhaber den FCG finanziell geschädigt. Zusätzlich würden sie finanzielle Zuwendungen der Stadt Grenchen in der Höhe von 80'000 Franken erhalten, die «nun dem FC Grenchen fehlen».

FC Grenchen distanziert sich von Anzeige

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Fussball: Uhrencup in Grenchen

5:06 min, aus sportpanorama vom 7.7.2013

Am Mittwochnachmittag wurde den Medien per Fax mitgeteilt, die Strafanzeige werde zurückgezogen. «Nach gemeinsamen Gesprächen unter den involvierten Parteien habe ich mich dazu entschlossen, die Strafanzeige zurückzuziehen. Diese erfolgte aufgrund von falschen Informationen», schreibt Felix Kummer, ehemaliges Vorstandsmitglied des FC Grenchen

Die aktuelle Führung des FCG hatte sich von Anfang an von dieser Strafanzeige distanziert. «Diese Anzeige einer Privatperson hat uns überrascht», sagt Sportchef Peter Baumann gegenüber Radio SRF. «Das bringt niemandem etwas.» Er habe Kummer in einem persönlichen Gespräch am Mittwochmorgen empfohlen, die Strafanzeige zurückzuziehen. Der Druck hat offenbar gewirkt.

Tatsächlich wünscht sich der FC Grenchen, dass der Verein wieder stärker in den Uhrencup eingebunden wird. Und dass er auch finanziell von diesem Grossanlass profitieren könnte. Dazu seien aber bereits «positive Gespräche» mit den Veranstaltern im Gange, erklärt Baumann. Man habe weitere Gespräche vereinbart, die nach dem Uhrencup 2013 stattfinden sollen.

«  Der FC Grenchen soll wieder stärker eingebunden werden am Uhrencup. »

Peter Baumann
Sportchef FC Grenchen

Der FC Grenchen könnte zum Beispiel «einen kleinen Stand betreiben oder die Bewirtung auf eigene Rechnung übernehmen», so hofft Baumann. Die Veranstalter des Uhrencups hätten sich offen gezeigt für solche Ideen. Ziel sei aber ein «konstruktiver Dialog».

Der Uhrencup

Der Uhrencup gilt als das «älteste internationale Fussballturnier Europas». 2013 war die 51. Ausgabe. Das erste Turnier wurde zur Einweihung des neuen Stadions Brühl in Grenchen durchgeführt. Seit 2005 obliegt die Organisation des Uhrencups einer Firma. Beteiligt sind daran u.a. Geschäftsführer Roger Rossier und SRF-Sportmoderator Sacha Ruefer.