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Elektromobilität Strom-Tankstellen rentieren nicht, aber...

Geld verdient die AEW Energie AG nicht mit Elektrotankstellen.

Die neue Elektrotankstelle in Rheinfelden
Legende: Einweihung der Elektro-Tankstelle in Rheinfelden. Sie kann jeweils zwei Autos laden. Eine Ladung kostet ca. 6 Franken. zvg/AEW

Neu hat Rheinfelden eine Stromtankstelle, eine von total neun im Aargau. Die Elektrotankstellen rentieren eigentlich nicht. Sie kosten viel Geld und sind manchmal nur schlecht besucht. Aber die AEW sucht trotzdem weitere Standorte. Sie will so die Elektromobilität fördern.

Arian Rohs ist bei der AEW Energie AG der Spezialist für Elektromobilität. Geschäftlich fährt er einen BMW i3, also ein reines Elektrofahrzeug. Privat hingegen chauffiert er ein konventionelles Auto. Aber sein Diesel-VW ist alt. Schon bald werde er sich ein neues Auto anschaffen, und das sei dann garantiert ein reines Elektrofahrzeug, betont Rohs gegenüber SRF.

Er geht davon aus, dass in zwei bis drei Jahren eine völlig neue Generation von Elektroautos auf dem Markt sein werde. Diese würden nicht nur mehr Platz bieten als die heutigen Autos, auch die Reichweite sei grösser. «Heute fährt nur ein Tesla, Link öffnet in einem neuen Fenster 500 Kilometer mit einer Ladung. Schon bald werden auch andere Elektroautos so weit fahren können.»

Elektrotankstellen sind ein Verlustgeschäft

Und dann kann Rohs nicht nur weit fahren. Er hofft, dass er dann auch seine Familie ausfahren kann mit dem grossen und leistungsstarken Elektroauto. Und dieses kann er dann an den Tankstellen der AEW Energie AG mit Strom laden.

Heute hat die AEW Energie AG 9 Elektrotankstellen im Aargau. Die jüngste davon steht in Rheinfelden auf dem Schützenparkplatz. Sie kann jeweils zwei Autos gleichzeitig laden. Das aber braucht Geduld. Je nach Fahrzeug dauert der Vorgang zwei bis drei Stunden.

Die Kunden können in dieser Zeit in Rheinfelden einkaufen, spazieren oder Dinge erledigen. Eine zentrale Lage sei zwingend für eine Elektrotankstelle, sagt Rohs. «Ein Hotel sollte in der Nähe sein, vielleicht ein Restaurant, eine Bank, Cafés. Es braucht schon eine hochfrequentierte Lage.»

Dass Stromtankstellen nicht überall funktionieren, hat die AEW beim Schloss Hallwyl gesehen. Diese wird momentan noch wenig genutzt. Die Installation einer solchen Anlage kostet schnell einmal 25'000 Franken. «Aktuell verdient die AEW mit den Ladestationen noch kein Geld», sagt Rohs. «Wir wollen die Elektromobilität fördern und wollen dafür möglichst viele Ladepunkte schaffen.»

Strom-Kosten

Das Laden eines durchschnittlichen Elektroautos (ca. zwei Drittel Ladung) kostet ca. 6 Franken. Ein Tesla hingegen hat eine sehr viel grössere Batterie. Entsprechend teurer ist eine Ladung. Sie kostet ca. 25 Franken für eine Fahrt von ca. 500 km.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    500 Kilometer. Da komme ich ja nicht mal ans Meer. Und muss zwischendurch einen Tag laden. Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Akkublödsinn wohl eher das Gegenteil von umweltfreundlich ist. Wahrscheinlich brauchen Elektrofahrzeuge inklusive deren Produktion und Entsorgung mehr Energie als ein moderner Benziner. Das selbe gilt wohl auch für den Zug. Die aufgewendete Energie pro Passagier dürfte höher liegen als beim Auto. Somit sind selbsternannte Umweltbewusste eigentlich Energievergeuder.
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  • Kommentar von Simeon Räber (S. Räber)
    Ich frage mich schon, ob jemals die Ladestationen für Elektroautos "rentieren" werden, oder dies eine unendliche Subventionitis geben wird. Wie soll eine Ladesäule "rentieren", wenn sie pro Tag, wenn man es hochrechnet, vielleicht max. 50 bis 100 CHF Umsatz generieren kann? Wer soll in Zukunft diese Verluste tragen?
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Wir. Wir haben dem ja letztes Wochenende dummerweise zugestimmt.
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