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Verzwickter Fall Suche nach Mutter im Internet: Nach Knochenfund Klarheit

Es ist ein ungewöhnlicher Fall. Ein junger Mann suchte mit Hilfe eines Aufrufs auf Facebook seine leibliche Mutter. Er kannte ihren Namen und ihr Geburtsdatum, stiess in der Folge auf Verwandte der Gesuchten. Die Mutter selbst gilt seit 2000 als vermisst. Nun ist klar, sie ist gestorben.

Der Kantonspolizei Aargau ist 2015 ein Fehler unterlaufen. Sie wusste, dass ein gefundener Knochen von der vermissten Frau, der Mutter des jungen Mannes, stammt. Sie leitete die Information aber nicht an die zuständigen Behörden in Deutschland weiter.

So gelangte die Information, dass der Knochen zugeordnet werden konnte, sprich die gesuchte Frau verstorben ist, nie zu den Angehörigen. Nun hat sich das geändert, dank dem Aufruf in den sozialen Medien und Medienberichten.

Die Polizei bedauert die Versäumnisse, wie sie am Donnerstag mitteilt. Die Angehörigen seien unterdessen informiert, darunter der junge Mann sowie die Mutter der damals vermissten Frau. Die Todesursache wird untersucht. Nach so vielen Jahren sei dies aber schwierig, sagt Roland Pfister, Kommunikationschef der Aargauer Kantonspolizei, gegenüber SRF.

Die Chronologie:

  • 2000: Die Aargauerin mit Jahrgang 1970 wird als vermisst gemeldet.
  • 2013: Die Spur führt nach Deutschland, in den Landkreis Waldshut. Hier wurde ein Oberschenkelknochen gefunden.
  • 2015: Die Aargauer Polizei veranlasst die Rechtsmedizin zu klären, ob es sich um den Knochen der vermissten Aargauerin handelt. Das wird bestätigt.
  • 2015: Nun passiert der Fehler. Die Aargauer Polizei gibt diese Erkenntnis aus «nicht nachvollziehbaren Gründen» nicht weiter. Die Deutschen Behörden, die im Fall ermitteln, erfahren das also nicht.
  • 2016: Ein heute 19-Jähriger sucht auf Facebook nach seiner Mutter. Er selbst ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, im Kanton Zug. Als Kleinkind musste er einen Drogenentzug machen.
  • Der Facebook-Aufruf wird tausende Male geteilt, Medien, Link öffnet in einem neuen Fenster, auch internationale Zeitungen, berichten.
  • 2017: Die Aargauer Kantonspolizei ermittelt dank den Medienberichten nochmals und kann den Fall lösen.
  • Der Oberschenkelknochen gehört der vermissten Frau, sie ist verstorben.
  • «Die engsten Angehörigen der als vermisste gemeldeten Frau, der Sohn und die Mutter (Grossmutter des jungen Mannes), wurden persönlich durch die Kantonspolizei Aargau orientiert», schreibt die Polizei.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die Frage bleibt, ob da die Behörden auch ermitteln, wie die Frau verstorben ist. Einfach weil einzelne Oberschenkelknochen ja nicht einfach so auf der Strasse herumliegen und bei einer "natürlich" verstorbenen Person sollte es da noch einen "Rest" geben.....
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