SVP-Präsident: «Ich bin ein einfacher, junger Bursche»

Der 34jährige Schwarzbube Silvio Jeker wurde am Donnerstagabend zum neuen SVP-Präsident im Kanton Solothurn gewählt. Nach der Wahl will er seine politischen Ziele noch nicht preisgeben. Was dem Nachwuchspolitiker an Erfahrung fehlt, will er mit Engagement wettmachen.

Silvio Jeker am Rednerpult, im Hintergrund der SVP-Slogan "Dem Volk vertrauen".

Bildlegende: Die Solothurner SVP vertraut ihm: Silvio Jeker hat eine schwierige Aufgabe vor sich. SRF

Die Entscheidung für Silvio Jeker fiel einstimmig an der SVP-Delegiertenversammlung. Der 34jährige Schwarzbube war allerdings auch der einzige Kandidat für den Posten des Parteipräsidenten. Das Amt sei mit viel Arbeit und wenig Lohn verbunden, gibt Jeker im Gespräch mit Radio SRF zu. Trotzdem will der Jungpolitiker die Aufgabe «mit ganzer Kraft und von ganzem Herzen» anpacken.

Jeker ist erst seit Oktober Ortsparteipräsident der neuen SVP-Sektion Erschwil. Auf kantonaler Ebene wurde Jeker erst im März in den Solothurner Kantonsrat gewählt. Ihm fehlen also Erfahrung und persönliche Beziehungen auf kantonaler Ebene. Jeker gibt sich deshalb selbstkritisch: «Ob ich der richtige bin für dieses Amt, das kann ich selber nicht sagen.»

«  Ob ich der richtige bin für dieses Amt, das kann ich selber nicht sagen. »
Eine Kamerafrau steht direkt vor Silvio Jeker während seiner Rede.

Bildlegende: Auch das grosse Medieninteresse ist Neuland für den 34jährigen Silvio Jeker. SRF

Er könne aber auf das Beziehungsnetz anderer SVP-Kantonsräte zurück greifen. Das Präsidium sei ein Team, er müsse die Verantwortung nicht alleine tragen. Jeker betreibt im Schwarzbubenland ein eigenes Geschäft, bezeichnet sich selber als «einfachen, jungen Burschen».

Wo er politisch genau steht, ist weitgehend unbekannt. Auf die Frage, ob er eher ein SVP-Hardliner oder ein Konsenspolitiker sei, meint Jeker nur: «Das kann ich selber nicht beurteilen, das wird sich in den nächsten Monaten weisen.» Auch seine Ziele kann Jeker kurz nach der Wahl nicht konkret formulieren: «Ich habe schon Ideen, aber die will ich noch nicht preisgeben.»

«  Ich habe schon Ideen, aber die will ich noch nicht preisgeben. »

Zuerst stehe jetzt eine Klausur der SVP-Parteispitze an. Dann werde man kommunizieren, gibt sich Jeker bedeckt. Immerhin: Jeker spricht von einem «eigenen Solothurner Stil», den die SVP entwickelt habe. Er will die Partei auch in die Kantonsregierung führen. Dabei setzt er aber offenbar weniger auf Aktionismus, sondern vor allem auf Geduld. «Mit der Zeit werden wir dann automatisch akzeptiert und dann schaffen wir auch den Sprung in die Regierung.»

Die SVP-Delegierten haben Jeker am Donnerstag das Vertrauen ausgesprochen. Was für einen Präsidenten sie gewählt haben, das dürfte aber den wenigsten wirklich klar sein. Auch Jeker selber scheint noch nach seinem eigenen Profil zu suchen.