Täter von Brittnau muss 18 Jahre ins Gefängnis

Ein Asylbewerber hatte vor drei Jahren einen Mann in Brittnau umgebracht. Das Bezirksgericht Zofingen hat ihn nun verurteilt. Die Richter waren sich absolut einig.

Ein Asylbewerber, der im April 2012 einen 63-jährigen Schweizer in Brittnau (AG) in dessen Haus brutal tötete, muss 18 Jahre ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Zofingen hat den 30-jährigen Täter aus Marokko wegen Mordes verurteilt. Das Opfer hatte Sex gesucht.

Aussenansicht des Bezirkgebäudes

Bildlegende: Für die Richter des Bezirksgerichts Zofingen war es eine unerbittliche Tat. SRF

Der Täter habe das Opfer gefesselt und mit einem Holzscheit ermordet, sagte die Gerichtspräsidentin am Donnerstag in der Begründung des Urteils. Er habe «unerbittlich» gehandelt. Die Präsidentin sprach von einem «Gewaltexzess». Das Gericht verurteilte den Asylbewerber einstimmig wegen Mordes.

Der 30-Jährige, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, hatte vor Bezirksgericht am Mittwoch gestanden, den Weinhändler in der Nacht von 14. auf den 15. April 2012 in dessen Wohnhaus getötet zu haben. Er berief sich jedoch auf Notwehr, weil das Opfer von ihm sexuelle Handlungen verlangt habe.

Der Staatsanwalt hatte wegen Mordes eine lebenslängliche Freiheitsstrafe gefordert. Der Verteidiger plädierte auf einen Schuldspruch wegen Notwehrexzesses. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren oder einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung. Das Urteil des Bezirksgerichtes ist noch nicht rechtskräftig.

Vor Asylunterkunft angesprochen

Das spätere Opfer hatte den Marokkaner in der Tatnacht vor der Asylunterkunft in Brittnau angesprochen und zu sich nach Hause gelockt. Im Haus des Schweizers wurde zuerst Bier getrunken, danach ging man ins Schlafzimmer im zweiten Stock. Dort kam es zur brutalen Tat; in drei Zimmern wurde Blutspuren festgestellt.

Am Prozess war bekannt geworden, dass das Opfer wiederholt bei der Asylunterkunft in Brittnau Kontakt zu Männern suchte und für sexuelle Handlungen bezahlte.

Der vorbestrafte Marokkaner war wenige Tage nach der Bluttat in der Asylunterkunft in Muri festgenommen worden. Bereits wegen eines früheren Delikts registrierte Fingerabdrücke führten auf seine Spur.

Er war im Februar 2012 über Chiasso (TI) in die Schweiz eingereist und stellte ein Asylgesuch. Zuvor lebte er zehn Jahre lang in Italien, wo er mehrfach straffällig geworden war.