Traditionsfirma Lanco in Bellach schliesst

Die Montagesystem-Herstellerin Lanco in Bellach schliesst ihre Tore. Am Dienstag informierte die Geschäftsleitung die rund 50 Mitarbeitenden: Die Firma hat Konkurs angemeldet, die Belegschaft steht auf der Strasse. Ein Schock, der sich aber offenbar angekündigt hatte.

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Kritik an Firmenschliessung

2:11 min, aus Schweiz aktuell vom 1.4.2015

Lanco baute komplette Montagesysteme für Firmen in verschiedenen Branchen. Hervorgegangen ist die Firma aus der weltweit bekannten Uhrenmarke von Langendorf, welche in der Krise der Siebzigerjahre aber verschwand. Lanco in Bellach überlebte die Uhrenkrise mit ihren Montagesystemen, besteht seit 1981 als eigenständige Firma.

Nun ist auch diese Ära zu Ende. Am Dienstag habe die Firma ihre Bilanzen deponiert, schreibt die «Solothurner Zeitung». Verwaltungsratspräsident Peter Kofmel bestätigt diesen Sachverhalt gegenüber SRF. Die Firma ist zahlungsunfähig und bleibt ab sofort geschlossen. Schuld am Konkurs sei die massive Überschuldung.

Massive Probleme seit 2013

Mann arbeitet an Maschine

Bildlegende: Die Firma Lanco baute fixfertige Montagesysteme (im Bild eine andere Firma). Keystone

Die Probleme bestünden seit längerem, erklärt Kofmel im Gespräch mit SRF. Die Firma habe bereits im Geschäftsjahr 2013 so viel Verlust gemacht, dass die Eigenmittel quasi aufgebraucht waren. «Trotzdem glaubten wir an die Zukunft, weil die Auftragslage eigentlich gut war.» Kofmel wurde im Juli in den Verwaltungsrat gerufen, man habe dann Businesspläne entwickelt.

Allerdings: Gegen Ende 2014 entwickelte sich ein grosser Auftrag zum Desaster. Man brauchte viel mehr Zeit und Geld, um das Projekt fertigszustellen. Unter dem Strich blieb deshalb wieder kein Geld übrig, erklärt Kofmel. Und damit sei die Firma nun definitiv überschuldet, habe kein Geld mehr.

«  Dem Investor war das Risiko zu gross. »

Peter Kofmel
Verwaltungsratspräsident Lanco

«Die Aktionäre konnten oder wollten kein zusätzliches Geld in die Firma investieren. Wir hatten dann noch einige interessierte Investoren. Doch am Montag zog sich auch der letzte interessierte Investor zurück, weil ihm das Risiko zu gross war.»

Lanco-Arbeiter bleiben vorläufig daheim

Die 50 Mitarbeitenden stehen vor dem Nichts. Einen Sozialplan gibt es nicht, da die Firma kein Geld mehr hat. Allerdings: Die Arbeitsverträge sind noch nicht aufgelöst. Man habe die Belegschaft am Dienstag gemeinsam mit Vertretern der Regionalen Arbeitsvermittlungzentren (RAV) informiert, erklärt Kofmel. Vorläufig erhalten sie Arbeitslosengelder.

Das Ziel sei aber, dass alle möglichst bald eine neue Stelle finden. «Da werden wir auch über unsere eigenen Beziehungen helfen», verspricht Kofmel. Die Belegschaft bleibe vorläufig daheim, bis der Konkursverwalter etwas anderes anordne.

Eine kleine Chance bestehe durchaus, dass einzelne Mitarbeiter bei der Lanco bleiben könnten. «Die Firma als solche wird es nicht mehr geben. Aber vielleicht finden sich noch Investoren für einzelne Aufträge – und die würden dann wohl auf unsere qualifizierten Leute zurückgreifen. Aber das liegt nun alles in den Händen des Konkursverwalters.»