Trendwende: Zum ersten Mal seit 10 Jahren mehr Aargauer Schüler

Die neuste Schulstatistik zeigt interessante Fakten. Nicht nur besuchten mehr Kinder und Jugendliche die Aargauer Schulen und Kindergärten. Laut der Statistik haben die Bezirksschulen die grössten Klassen. Schüler aus Südeuropa sind seltener.

Im Kanton Aargau besuchen wieder mehr Kinder und Jugendliche die Volksschule. Das geht aus der neusten Schulstatistik 2013/14 hervor. Insgesamt gingen fast 72'000 Kinder und Jugendliche zur Schule - 1,2 Prozent mehr als im Vergleich zur Vorjahresperiode. Dies sei das erste Plus seit dem Schuljahr 2003/2004, erklärt Charlotte Zubler von Stastitik Aargau gegenüber Radio SRF.

Schüler in einer Schulklasse.

Bildlegende: Im vergangen Schuljahr besuchten mehr Kinder die Aargauer Schülen. Keystone

Die Zahl der «Kindergärtler» stieg um fast 900 auf rund 13'000 Mädchen und Knaben an. Die Zunahme im Kindergarten der vergangenen Jahre führte auch zu erstmals seit 2007 ansteigenden Primarschülerzahlen.

29'800 Primarschüler wurden im Schuljahr 2013/14 gezählt. Der kommende Systemwechsel mit der Verlängerung der Primarschulzeit auf sechs Jahre werde diesen Effekt noch verstärken, heisst es im Bericht.

Der Anteil der Schüler aus Südeuropa sinkt. 1998 entstammten rund 6'000 Lernende oder 8 Prozent der Volksschüler aus einem südeuropäischen Land. Bis ins Jahr 2013 sank ihr Anteil um ein Drittel auf 4200 Schüler. Anderseits stieg die Zahl der Schüler aus Deutschland markant.

Die Chancen von Deutsch- und Fremdsprachigen sind sehr unterschiedlich. So schafften 47 Prozent aller Deutschsprachigen den Eintritt in die Bezirksschule, aber nur 17 Prozent der Fremdsprachigen.

Bezirkschule mit höchster Klassengrösse

Die durchschnittliche Klassengrösse ist an der Bezirksschule am höchsten. Die Klassengrösse lag 2013 bei rund 21 Lernenden pro Klasse, für die Sekundarschule bei fast 18 und für die Realschule bei 14 Lernenden.

Einzig in der Bezirksschule ist die durchschnittliche Klassengrösse relativ stabil geblieben. Die anderen Schultypen verzeichneten über lange Zeiträume einen Rückgang der durchschnittlichen Klassengrösse. Auch an den Mittelschulen stieg die Zahl der Lernenden, nämlich um über 100 auf 5500 Jugendliche. 16'000 Lernende standen im November 2013 an einer Aargauischen Berufsfachschule in einer Berufslehre, 1000 machten eine Ausbildung mit Attest.

Vor allem Lehrerinnen an der Volksschule

Im Schuljahr 2013/14 waren an der Volksschule über 6'700 Lehrpersonen beschäftigt. Der Frauenanteil an der Volksschule beträgt 73 Prozent. Damit ist nur noch jede vierte Aargauer Volksschullehrkraft männlich.

Das Durchschnittsalter der Volksschullehrkräfte liegt bei 45 Jahren. Die Lehrerinnen sind dabei mit 44 Jahren im Schnitt rund 3,5 Jahre jünger als die Lehrer. Seit 1996 ist das Durchschnittsalter um beinahe fünf Jahre angestiegen.

Eine Volksschullehrkraft hatte einen durchschnittlichen Beschäftigungsgrad von 68 Prozent - wobei er bei den Männern mit 81 Prozent höher lag als bei den Frauen mit 63 Prozent.