Trotz grossen Gewinns: AKB warnt vor zu grosser Euphorie

Gute Halbjahreszahlen bei der Aargauischen Kantonalbank AKB. Sie machte im ersten halben Jahr über 75 Millionen Franken Gewinn – deutlich mehr als prognostiziert. Die AKB hat mehr Geld ausgeliehen und verwaltet nun auch mehr Vermögen. Ein Rekordjahr wie 2015 erwartet die Bank trotzdem nicht.

Nach dem Rekordjahr 2015 mit einem Gewinn von 155,4 Millionen Franken war die Aargauische Kantonalbank im ersten Semester 2016 erneut gut unterwegs. Der Halbjahresgewinn 2016 liegt mit 75,4 Millionen Franken deutlich über den Erwartungen der Bank.

Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert verminderte sich der Halbjahresgewinn um 9,7 Millionen Franken. Die Abnahme sei auf der einen Seite auf den um 8,6 Prozent tieferen Geschäftserfolg zurückzuführen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Auf der anderen Seite musste die AKB dem Kanton Aargau 2,1 Millionen Franken mehr Steuern bezahlen.

Logo der AKB vor dem Sitz der Bank.

Bildlegende: Gute Zahlen sind kein Grund zur Euphorie für die AKB. Keystone

Der höhere Steueraufwand sei eine Folge der Erhöhung der Gewinnablieferung an den Kanton, schreibt die Bank dazu. Das Aargauische Kantonsparlament hatte Ende Juni beschlossen, dass die AKB dem Kanton statt 75 neu 91 Millionen Franken aus dem Jahresgewinn 2015 abliefern muss.

Die Kommissionserträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft gingen im ersten Halbjahr zurück. Der Erfolg in diesem Bereich verminderte sich um 4,6 Prozent auf 29,1 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft betrug 24,4 Millionen und liegt damit um 1,4 Millionen unter dem Vorjahreswert. Die AKB war in ihren Prognosen für 2016 davon ausgegangen, dass sich die ausserordentlichen Umsätze von 2015 nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sich nicht wiederholen.

Mehr Geld ausgeliehen und verwaltet

Die Kundenausleihungen nahmen im ersten Semester 2016 um 615,1 Millionen oder 3,1 Prozent auf insgesamt 20,4 Milliarden Franken zu. Die Hypothekarforderungen stiegen um 528,4 Millionen Franken und betragen insgesamt 19,1 Milliarden Franken.

Gut entwickelte sich bei der AKB der Netto-Neugeldzufluss. Er betrug 791,1 Millionen Franken für die ersten sechs Monate 2016. Die von der AKB betreuten Vermögenswerte stiegen um 581,3 Millionen Franken oder 2,4 Prozent auf insgesamt 24,9 Milliarden Franken an.

Die Bilanzsumme der Aargauischen Kantonalbank überstieg im ersten Halbjahr zum ersten Mal die 25-Milliardengrenze. Sie erfuhr einen Anstieg um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trübe Aussichten wegen Brexit

Ein Ergebnis wie im Rekordjahr 2015 schliesst die Bank weiterhin aus. Die Folgen des Brexit-Entscheids in Grossbritannien und die damit verbundenen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten würden die Finanzmärkte und Marktteilnehmer auch im zweiten Halbjahr beeinflussen, teilte die Bank weiter mit.