Trotz ID-Kontrolle: Solothurner Teenager bekommen Bier und Zigis

500 Testkäufe wurden letztes Jahr im Rahmen der Suchtprävention im Kanton Solothurn durchgeführt. Die Zahl der Verstösse ging dabei gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Allerdings fällt auf, dass das Verkaufspersonal öfters Alkohol und Tabak an Minderjährige verkaufte – trotz Ausweiskontrollen.

Da im Kanton Solothurn verschiedene Suchthilfestellen Testkäufe durchführen und jeweils andere Statistiken erheben, sind umfassende Zahlen und Daten nicht verfügbar. Ein Beispiel für die Problematik der Fehlverkäufe trotz Ausweiskontrolle liefert aber die Statistik zu den Tankstellenshops:

  • Bei 86 Prozent der Testkäufe in Tankstellen wurde der Ausweis kontrolliert, aber dennoch haben Jugendliche in 24 Prozent der Fälle Alkohol erhalten
  • Beim Tabak wurden bei 88 Prozent der Testkäufe die Ausweise verlangt und bei 18 Prozent trotzdem unrechtmässig Tabak verkauft

Diese Zahlen sind der Medienmitteilung des Kantons Solothurn vom Mittwoch zu entnehmen. Die genauen Gründe für solche Fehlverkäufe wurden nicht eruiert. Nina Waldispühl, Expertin bei der Fachstelle Prävention des Kantons Solothurn äussert aber auf Anfrage von Radio SRF zwei Vermutungen:

  • Verkäuferinnen und Verkäufen achten sich mehr auf das Auftreten der Jugendlichen als auf den Ausweis
  • Verkäuferinnen und Verkäufer machen Fehler beim Umrechnen des Geburtsdatums

Laut Waldispühl existieren Hilfsmittel für das Verkaufspersonal. «Bei grösseren Detailhändlern können die Verkäuferinnen und Verkäufer die Geburtsdaten in das Kassensystem eingeben und dieses übernimmt dann die Rechenaufgabe.»

Ausserdem seien solche Altersrechner auch online verfügbar - womit das Verkaufspersonal auch in kleineren Betrieben eine Möglichkeit zur besseren Kontrolle hätte.

(Bildnachweis: Keystone)