Trotz Invasion: Kaum Jagd auf Seefrosch im Aargau

Wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet, gibt es im Rheintal eine Invasion von Seefröschen. Die eingewanderte Art macht den einheimischen Amphibien im Aargau schon länger das Leben schwer. Bei der Bekämpfung ist der Kanton jedoch vor Probleme gestellt.

Ein Seefrosch in Aktion

Bildlegende: Doppelt so gross, doppelt so gefrässig und damit eine Bedrohung für einheimische Arten: Der Seefrosch. Thomas Marent / ZVG Kanton Aargau

Schuld an der Einwanderung von Seefröschen in die Schweiz sind Feinschmecker. Der Seefrosch wird zum Verzehr zum Beispiel aus Frankriech importiert, teils gar lebend. Durch Flucht oder Aussetzen gelangte er in Schweizer Gewässer. Der ausländische Frosch ist doppelt so gross wie der kleine Wasserfrosch, der in der Schweiz heimisch ist. Auch seine Schenkel sind geeigneter zum Verzehr als die des Wasserfrosches.

«  Der Seefrosch frisst andere Amphibien auf.  »

Thomas Gerber
Amphibien-Experte Kanton Aargau

Im Aargau sei er vor allem vom Rhein her auf dem Vormarsch, sagt der kantonale Amphibienexperte Thomas Gerber gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Dem Rhein, aber am unteren Aarelauf entlang und im Reusstal breite sich der Seefrosch immer mehr aus. Die Entwicklung wird vom Experten mit Sorge beobachtet, «weil der Seefrosch räuberisch und kannibalisch ist. Er frisst alle anderen Amphibien auf».

Bauen statt jagen

Eine Untersuchung der Universität Basel zeigte kürzlich, dass die im Aargau besonders bedrohten Amphibien-Arten Gelbbauch-Unke und Geburtshelfer-Kröte wegen den Seefröschen arg unter Druck geraten. Ihre Bestände sind im Aargau nicht zuletzt wegen den Seefröschen stark dezimiert. Gerber geht aber auch davon aus, dass alle anderen Amphibien in der Nähe von Seefröschen leiden.

Der Kanton versucht daher durch bauliche Massnahmen Gegensteuer zu geben. Laut Gerber achte man insbesondere bei Neubauten von Weihern darauf, dass diese für Seefrösche möglichst unattraktiv sind.

Seichte Gewässer, die zeitweise trocken liegen oder im Winter gar komplett zufrieren, seien für die Seefrösche problematisch. Daher baue man Weiher nicht tief und teilweise mit Ablauf. Ausserdem bevorzuge der Seefrosch offene Flächen. Daher strukturiere man die Uferfläche. So lasse sich das Einwandern von Seefröschen eindämmen.

Jagd überhaupt erlaubt?

Auf Frosch-Jagd gehe man im Aargau nur selten, so Amphibien-Experte Gerber. Einerseits sei es ziemlich schwierig, die Frösche mit einem Netz zu fangen, andererseits befinde man sich bei der Frosch-Jagd in einer gesetzlichen Grauzone.

In der Schweiz sind alle Amphibien per Gesetz geschützt, egal ob einheimisch oder ausländisch. Kontrovers dazu müssen die einheimischen Arten aber geschützt werden. Der Kanton Aargau eliminiert Seefrösche deshalb nur vereinzelt.