Trotz Stellenabbau, das Biogen-Projekt in Luterbach bleibt

Das US-Biotechunternehmen Biogen will bis Ende Jahr rund 800 Stellen abbauen. Die Restrukturierung habe auf die Pläne in Luterbach keinerlei Einfluss, sagte Markus Ziegler von Biogen Switzerland am Donnerstag auf Anfrage.

Biogen greift zu den Sparmassnahmen, weil die Verkäufe eines wichtigen Medikaments gegen multiple Sklerose nicht befriedigend sind.

Für die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter gibt es einen Sozialplan, wie Biogen in New York mitteilte. In Europa würden die vorgeschriebenen Konsultationen mit den Personalvertretern beginnen. Biogen beschäftigt insgesamt 7550 Personen.

Das Biotechunternehmen hofft, damit 250 Mio. Dollar pro Jahr einzusparen. Das Geld soll in Medikamente investiert werden, die in der letzten Phase der Zulassung sind.

Keinen Einfluss auf Projekt in Luterbach

Biogen hatte im vergangenen Juni den Bau einer Medikamentenfabrik im solothurnischen Luterbach angekündigt.

Dort sollen 1 Milliarden Franken investiert werden und 400 Arbeitsplätze entstehen. Die Restrukturierung habe auf die Pläne in Luterbach keinerlei Einfluss, sagte Markus Ziegler von Biogen Switzerland am Donnerstag auf Anfrage. Das Projekt werde unverändert fortgesetzt.

Ob der Stellenabbau auch Biogen in der Schweiz betreffe, wollte Ziegler nicht kommentieren. Hierzulande beschäftigt das US-Unternehmen 400 Mitarbeiter am internationalen Hauptsitz und in der Schweizer Filiale.

Abbau trotz Wachstum

Insgesamt wuchs der Umsatz von Biogen im dritten Quartal um 11 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Reingewinn kletterte gar um 16 Prozent auf 1 Milliarde Dollar. Die Restrukturierung wird zu Kosten von 85 bis 95 Millionen Dollar führen. Diese sollen zu einem grossen Teil im vierten Quartal verbucht werden.