Ultimatum: Bis Montag müssen die Solothurner Wagabunten wegziehen

Seit Oktober 2013 leben sie in der Stadt Solothurn und probieren eine alternative Lebensform aus. Sie hausen in Bauwagen am Stadtrand. Doch nun ist dem Stadtpräsidenten der Geduldsfaden gerissen. Innerhalb einer Woche müssen die Wagabunten wegziehen.

Die alternative Wohngruppe Wagabunten muss ihren Standplatz in der Stadt Solothurn bis am 11. April verlassen. Die Stadt stellte den in Wohnwagen lebenden Mitgliedern ein Ultimatum, weil sie den behördlichen Anweisungen zuletzt nicht mehr Folge leisten wollten.

Seit ihrem ersten Auftauchen Ende Oktober 2013 hielten sich die Wagabunten stets an die Vorgaben der Behörden. Je nach Jahreszeit wurde die Wagenburg auf einen anderen Standplatz verlegt. Die jeweiligen Standplätze wurden immer ordentlich zurückgelassen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Wagabunten kommen Forderungen nicht nach

Mitte März gingen die Wagabunten nun aber laut der Mitteilung auf «Konfrontationskurs» mit den Stadtbehörden. Die Bewohner weigern sich seither, an ihren vormaligen Standplatz beim Schwimmbad zurückzukehren. Zudem wiesen sie die Bitte der Stadt zurück, die Zahl der Wohnwagen auf das ursprüngliche Mass zu reduzieren.

Am 16. März beschieden die Wagabunten dem Stadtpräsidenten, dass es ihnen «nicht möglich» sei, den Forderungen nachzukommen. Künftig würden die Wagabunten selber über ihren Aufenthaltsort und über die Anzahl Wagen entscheiden.

Stadtpräsident ist enttäuscht

Diese Haltung sei nicht nur enttäuschend sondern schlicht nicht akzeptabel, teilte der Solothurner Stadtpräsident, FDP-Nationalrat Kurt Fluri, am Dienstag mit. Die Rechtsordnung sei nicht nach den Vorstellungen einzelner Gruppen interpretierbar.

Die Stadt fordert die Wagabunten nun auf, bis am 11. April das Stadtgebiet zu verlassen oder einen legalen Standort auf dem Campingplatz zu beziehen. Falls die Wagabunten ihren jetzigen Standort bis zu diesem Zeitpunkt nicht verlassen, will die Stadt weitere rechtliche Schritte einleiten.