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Umfahrung Mellingen Neue Pläne für das Grossprojekt genehmigt

Mit einer schlankeren Brücke soll die Umfahrung Mellingen nun realisiert werden. Es kann aber noch Beschwerden geben.

Der Aargauer Regierungsrat bewilligt beide neu geplanten Etappen der Umfahrung Mellingen, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilt. Nach einem Urteil des Bundesgerichtes brauchte es verschiedene Änderungen.

Das Grossprojekt zur Entlastung des Städtchens Mellingen vom intensiven Durchgangsverkehr kommt seit Jahren nicht voran. Nach langer Planung gab das Bundesgericht vor über einem Jahr den Einsprachen von Umweltverbänden recht und verknurrte den Kanton zu neuer Planung.

Und der Kanton musste weit vorne beginnen in der Planung der Umfahrung. Unter anderem musste auch der kantonale Richtplan angepasst werden. Weil das Bundesgericht die Routenführung durch geschützte Landschaften kritisierte, brauchte es eine neue Linienführung.

Lange Geschichte der Umfahrung

Die Umfahrung Mellingen wurde bereits 2011 vom Aargauer Stimmvolk an der Urne genehmigt – mit 60,1 Prozent Ja-Stimmen sogar deutlich. Dennoch ist von der 35 Millionen Franken teuren Umfahrung auch sieben Jahre später noch nichts zu sehen.

Langwierige Gerichtsprozesse bis vor Bundesgericht haben das Projekt verzögert. Frühest möglicher Baubeginn wäre nun das Jahr 2020. Dann müsste aber alles ohne Beschwerden und Einwände über die Bühne gehen.

Mit der neuen Planung halte der Kanton nun die vom Gericht verlangten Umweltvorschriften ein, heisst es in der Mitteilung vom Freitag. Allerdings hat sich die Regierung mit dem angepassten Richtplan neue Feinde geschaffen: Die Bauern.

Weil die neuen Pläne für die Umfahrung gemäss Richtplan mehr Kulturland brauchen, ist die Landwirtschaft nicht begeistert. Trotzdem passierten die Pläne dann das Aargauer Kantonsparlament.

Mit diesen Plänen soll es klappen

Nun hat der Regierungsrat das geänderte Projekt genehmigt. Es sieht vor, dass die Umfahrungsstrasse weiter neben dem geschützten Gruemethügel vorbei führt als zuerst geplant. Ausserdem ist die Brücke über die Reuss nun weniger massiv, die Brüstungen sind tiefer, was sie schlanker erscheinen lassen soll.

Beide Punkte waren vom Natur- und Heimatschutz so gefordert und schliesslich vom Bundesgericht durchgesetzt worden. Mit dem Entscheid der Regierung könnte nun die Realisierung der Umfahrung beginnen – allerdings gibt es wieder die Möglichkeit für Beschwerden.

Mögliche Beschwerden

Bislang hatten sich VCS und WWF jeweils gegen die Umfahrung gewehrt. Ob sie auch nun wieder Beschwerde einlegen werden, sei noch offen, heisst es auf Anfrage. Man müsse das zunächst analysieren.

So oder so kritisieren WWF und VCS, dass die Aargauer Regierung nicht alle möglichen Varianten geprüft habe. Die beiden Verbände fordern weiterhin eine kritische Überprüfung der Umfahrung und die vertiefte Prüfung eines Tunnels.

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