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Umstrittenes Pflanzengift Solothurn will noch nicht ganz auf Glyphosat verzichten

34 Liter Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat hat der Kanton 2017 verspritzt. Die Regierung hält das für verhältnismässig.

Flasche mit Pflanzenschutzmittel Roundup
Legende: Dieses Mittel setzt der Kanton Solothurn vor allem ein, um den Japanischen Knöterich zu bekämpfen. Keystone

Zwar wird Glyphosat vom Bund weder für Vögel und Säugetiere noch für Insekten als schädlich eingestuft. Trotzdem ist der Wirkstoff umstritten, seit einige Studien das Herbizid als «wahrscheinlich krebserregend» einstufen.

Kantonsrat Stefan Oser (SP, Hochstetten-Flüh) will deshalb erreichen, dass der Kanton Solothurn kein Glyphosat mehr einsetzt. Die Werkhof-Mitarbeiter sollen das Unkraut auf Kantonsstrassen, Böschungen und Grünstreifen umweltverträglich bekämpfen, fordert Oser in einem Vorstoss. Der Kanton solle «eine Art Vorbildfunktion» wahrnehmen.

«Nur in Ausnahmefällen»

Die Solothurner Regierung hat nun auf den Vorstoss geantwortet. Sie betont, der Kanton bekämpfe Unkraut schon heute vorzugsweise mit mechanischen Methoden wie regelmässigen Strassenreinigungen, Abranden, Abkratzen, Ausreissen und mit Abflammgeräten.

Glyphosat werde «grundsätzlich nur in Ausnahmefällen und sehr zurückhaltend» eingesetzt. Verwendet werde es vor allem zur Einzelstockbehandlung von Neophyten: «Insbesondere die Bekämpfung des Japanischen Knöterichs erweist sich mit anderen Methoden als unverhältnismässig aufwändig».

«Verhältnismässig»

Der Kanton Solothurn setzt das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel «Roundup» ein. Im Jahre 2017 waren es 34 Liter. Die Regierung hält das mit Blick auf die heute noch aufwändigen Alternativen für verhältnismässig. Zum Vergleich: 2015 wurden in der ganzen Schweiz 230 Tonnen Glyphosat eingesetzt (siehe Textbox).

Ganz auf Glyphosat verzichten will die Regierung erst, wenn neue Bekämpfungsmethoden zur Verfügung stehen, mit denen man dem Japanischen Knöterich mit weniger Aufwand den Garaus machen kann.

Legende: Video Umstrittenes Glyphosat: Bund belohnt Spritzen mit Subventionen abspielen. Laufzeit 14:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 08.03.2016.

Glyphosat

ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvertilgungsmittel. Es wird seit den 1970er Jahren verwendet, vor allem in der Landwirtschaft. In der Schweiz ist es seit 2002 zugelassen. Jährlich werden in der Schweiz ca. 300 Tonnen Glyphosat eingesetzt, weltweit sind es 700'000 Tonnen. Die Experten sind uneins, ob Glyphosat krebserregend ist.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Was ist denn eigentlich mit der Produktehaftung? Übernimmt die Folgeschäden der Kanton? Da läuft zwischen Wirtschaft und Politik etwas völlig daneben.
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  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    weiter heftig "VERPRITZEN" und schön gesund/BIO leben!
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  • Kommentar von heinz gugelmann (henri)
    Roundup was hat dieses Substrat in den Gewässern zu suchen? Diese Frage wird nicht gestellt. Es werden Höchstwerte für einzelne Produkte festgelegt. Sollte irgendwann eine Beeinflussung auf Mensch und Tier festgestellt werden, müssen über Jahre wissenschaftliche Studien erhoben werden! Es muss die Frage gestellt werden, wie erreichen wir GIFTFREIE Gewässer und Böden? Es sind wenige die von diesen Produkten profitieren jedoch viele die darunter Schaden nehmen!
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