Unerklärlich: weniger Autos in gewissen Solothurner Bezirken

Der Verkehr im Kanton Solothurn hat wieder zugenommen und zwar um zwei Prozent innerhalb von fünf Jahren. Allerdings ist die Situation nicht überall gleich.

Eine Grafik der Bezirke im Kanton Solothurn

Bildlegende: Die Verkehrssituation ist im Kanton Solothurn völlig unterschiedlich - Karte mit Zu- bzw. Abnahme des Verkehrs. ZVG

Es gibt mehrere Zahlen, welche in der neuen Verkehrszählung des Kantons Solothurn auffallen. Besonders ist etwa, dass in den Bezirken Gäu (+8,8%) und Bucheggberg (+10,5%) deutlich mehr Fahrzeuge gezählt wurden. Im Gäu sei dafür das Wirtschaftswachstum verantwortlich, vermutet man beim kantonalen Verkehrsamt. Im Bucheggberg seien es dagegen der Verkehr Richtung Bern.

Eine weitere Auffälligkeit: im Thal und nördlich des Juras hat der Verkehr deutlich abgenommen. Im Thal beträgt das Minus 5,8 Prozent, in Thierstein 3,7 Prozent und in Dorneck 3,5 Prozent. Eine Erklärung für die Abnahme hat man beim Kanton nicht. Man müsse die Zahlen aber auch relativieren, erklärt Kurt Erni von der kantonalen Verkehrsplanung gegenüber Radio SRF. Es werde nämlich nicht auf allen Strassen gezählt.

Immer mehr Personen weichen auf Solothurner West-Umfahrung aus

Die Verkehrszählung des Kantons Solothurn zeigt ferner auch, dass die Umfahrungsstrassen funktionieren. So sind etwa auf der Entlastungstrasse Solothurn West immer mehr Fahrzeuge unterwegs. Vor sieben Jahren wurde die Strasse eröffnet. Seit dann hat der Verkehr um 10 Prozent auf über 27‘000 Fahrzeuge pro Tag zugenommen. In Olten ging die Umfahrung vor 2,5 Jahren auf. Heute nutzen fast 13‘000 Fahrzeuge täglich die Strasse.

Neue Autos

Bildlegende: Auf Solothurner Strassen fahren mehr Autos - aber nicht überall. Keystone

Insgesamt hat der Verkehr im Kanton Solothurn übrigens stetig zugenommen. Zwischen 2010 und 2015 beträgt das Wachstum auf den Kantonsstrassen zwei Prozent. Auf den Autobahnen waren je nach Abschnitt zwischen 5 und 14 Prozent mehr Fahrzeuge unterwegs.

Umfahrung Olten funktioniert

Erstmals gibt es Zahlen zur Umfahrung, die 2013 eröffnet wurde. Diese belegen, dass das Stadtzentrum deutlich entlastet wird.

Anders ist die Situation am Ende der Umfahrung, in Kappel und Gunzgen. Dort hat der Verkehr - laut Kanton - seit 2010 um 10 Prozent zugenommen. Der Gemeindepräsident von Kappel, Rainer Schmidlin, spricht sogar von 30 Prozent.