Ungleicher Wettbewerb unter Aargauer Freibädern

Im Aargau versuchen zurzeit verschiedene Freibäder mit Sammelaktionen neue Attraktionen zu finanzieren. Das ist nötig, weil die Gemeinden nicht mehr bereit sind, Attraktionen wie Rutschbahnen zu finanzieren. Lediglich in reichen Gemeinden funktioniert eine solche Finanzierung noch.

Früher war das Regibad in Bad Zurzach das Vorzeigebad in der Region. Mit der Abwärme aus der nahegelegenen Sodafabrik war das Wasser stets 30 Grad warm. Dazu war die 75 Meter lange Rutschbahn vor 30 Jahren über die Region hinaus eine wichtige Attraktion.

Grosser Konkurrenzkampf

Heute hat sich die Situation verändert. Die Sodafabrik ist stillgelegt, das Wasser muss teuer aufgeheizt werden. Die Rutschbahn ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. «Die Gemeinde hat allerdings kein Geld für diese Rutschbahn, wir müssen deshalb selber Geld zusammensuchen», sagt Betriebsleiterin Monika Dietsche.

Die Situation ist für Monika Dietsche nicht einfach. Denn ohne die Rutschbahn ist das Regibad nicht mehr attraktiv genug: «Heute wird einfach mehr verlangt, da brauchen die Leute Action», ist die umtriebige Coiffeuse überzeugt. Tatsächlich haben die Freibäder in der Region in der Zwischenzeit aufgerüstet.

Ungleich lange Spiesse

Für Sammelaktionen wie in Bad Zurzach hat man in Rheinfelden nur ein müdes Lächeln übrig. Das reiche Städtchen einige Dutzend Kilometer flussabwärts konnte an der Gemeindeversammlung problemlos einen Kredit von fünf Millionen Franken für eine umfangreiche Badsanierung verabschieden. Seit drei Jahren hat das Strandbad nun einen Strömungskanal, zwei Rutschbahnen, einen Sprungturm und sonst noch einiges, wovon man in Bad Zurzach nur träumen kann.

«Für Rheinfelden ist das Schwimmbad eben eine wichtige Institution», sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Das wäre das Regibad für die Zurzacherinnen und Zurzacher eigentlich auch. Nur ist die finanzielle Situation in Bad Zurzach halt nicht dieselbe.