USA-Geschäfte der Axpo: Aargauer Regierung hat keine Bedenken

Die Aargauer Politik macht sich Sorgen um die Zukunft der Axpo. Der Badener Energiekonzern will neu auch in den USA geschäften. Die neue Strategie warf viele Fragen auf. Ein Vorstoss aus dem Grossen Rat bündelte sie. Die Regierung sagt nun: Alles in Butter.

Axpo Hauptsitz in Baden von aussen mit Fahnen und Logos

Bildlegende: Hauptsitz der Axpo in Baden. 100 Jahre alt ist der Energiekonzern. Er sucht dringend nach neuen Einnahmequellen. SRF/Stefan Ulrich

Die Axpo ist ein ganz normales Unternehmen, soll sich im Wettbewerb behaupten und neue Strategien entwicklen, wenn angestammte Geschäftsfelder nicht mehr rentieren. So könnte man rein ordnungspolitisch argumentieren.

Aber wenn ein Unternehmen in Staatsbesitz ist, wird die Sache komplizierter. Und so ist die Situation bei der Axpo, diese gehört nämlich direkt und indirekt mehrheitlich den Kantonen Aargau und Zürich.

Sorgen um die Steuerzahler

Es ist deshalb verständlich, wenn sich die Politik zur neuen Strategie der Axpo äussert. Im Vordergund steht in einem Vorstoss aus dem Grossen Rat die Frage, was passieren würde, wenn die Axpo in den USA grosse Verluste einfahren würde. Müsste dann der Aargauer Steuerzahler dafür geradestehen?

Nein, sagt nun der Aargauer Regierungsrat. Die Axpo USA agiere autonom innerhalb eines klar definierten Rahmens. Die Gefahr, dass der Mutterkonzern in den USA zu grosse Risiken eingehe, sei dadurch gering. Durch verschiedene Massnahmen (sog. Ring Frencing) sei auch sichergestellt, dass bei rechtlichen Problemen die Muttergesellschaft nicht belangt werden könne.

Und die Frage, ob die Axpo überhaupt in den USA Geschäfte betreiben solle oder dürfe, bejaht die Regierung ganz klar. «Mit der Investition in neue Geschäftsfelder erwartet die Axpo nach erfolgter Aufbauphase einen positiven Beitrag zum Unternehmensergebnis. Auf Basis der langjährigen Erfahrung aus dem europäischen Originations- und Stromderivate-Geschäft werden auch die Aktivitäten in den USA aufgebaut.»

Aktionariat Axpo Group Die Aktien der Axpo Gruppe befinden sich zu 100 Prozent in der Hand der Nordostschweizer Kantone beziehungsweise der Kantonswerke. axpo.com

Axpo-Strategie

«Origination» ist der Fachausdruck für die USA-Strategie der Axpo. Es handelt sich dabei um komplexe Dienstleistungen rund ums Energiegeschäft, die auch Finanztransaktionen umfassen. Die Axpo betreibt dieses Geschäft schon in Europa und will es nun auf die USA ausweiten.