Die Farben des Aargaus Vom Aargauer Rüebliorange bis zum Küttiger Rosa

Der Windischer Farbforscher Stefan Muntwyler und der Badener Geologe André Lambert haben einen Aquarellkasten entwickelt. Die Farben bestehen grösstenteils aus Gesteinspigmenten aus Aargauer Böden. Deshalb lassen sich die Farben eben auch geographisch zuordnen.

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So wird «Wölflinswiler Gelb» produziert

0:49 min, vom 4.5.2017

Eigentlich ist Stefan Muntwyler Farbforscher und Maler. Seit Jahrzehnten streift er durch die Gegenden und sammelt Erden, Pflanzen oder Steine, um daraus Farben zu machen. «Das Material wird getrocknet, pulverisiert, auf eine bestimmte Korngrösse gesiebt und dann mit einem Bindemittel zu Aquarellfarbe gemacht», sagt Muntwyler.

Das Wölflinswiler Gelb und das Würenloser Grün

Vor allem aus gemahlenen Steinen hat Muntwyler nun einen Farbkasten gemacht. Beispielsweise das Wölflinswiler Gelb - diese Farbe fasziniert Farbforscher Stefan Muntwyler besonders: «Das ist für mich farblich die grösste Entdeckung im Aargau. Der Farbton entspricht der Qualität eines südfranzösischen, hellen Ockers». Beim Würenloser Grün ist interesssant, dass dieser graue Stein beim Mahlen plötzlich einen grünen Farbton ergibt.

Die gefährliche Suche nach dem Küttiger Rosa

Auf der Suche nach Farbpigmenten kamen Stefan Muntwyler und sein Freund André Lambert auch in gefährliche Situationen. In einer Kiesgrube in Küttigen suchten sie hoch oben in den Steilhängen nach einem speziellen Gipststein. Dabei hätten sie sich diesen gefährlichen Aufstieg sparen können. Als sie wieder unten waren, entdeckten sie einen Haufen Gipssteine von der gleichen Art.

Der Geologe weiss, wo die richtigen Mineralien sind

Für Farbforscher Muntwyler war die Hilfe seines Freundes André Lambert äusserst wichtig. Lambert weiss nämlich genau, wo im Aargau welche Mineralien und Erden liegen. «Wir konnten ja nicht kilometerweise tief bohren. Dank den tektonischen Gegebenheiten des Faltenjuras, kommen die Mineralien jedoch bis an die Erdoberfläche. Man muss nur wissen wo», erklärt Lambert.

Nicht nur Mineralien im Farbkasten

Es gibt auch noch vier Farben, die einen anderen Ursprung haben. Das Aargauer Wappenblau sowie das Aargauer Rüebliorange sind synthetisch hergestellt. Das Wettiger Schüttgelb stammt aus reifen Kreuzdornbeeren vom Fusse der Lägern. Das Elfiger Schwarz mahlten sie aus der Kohle von Elfiger Zwetschgensteinen.

Mit ihrem Aargauer Aquarellkasten wollen Lambert und Muntwyler nun die geologische und farbliche Vielfalt des Aargaus aufzeigen. Dazu wollen sie an Veranstaltungen ihre Farben aus Steinen, Pflanzen und Mineralien einem interessierten Publikum erklären.