«Vom Handlanger bis zum Generaldirektor trifft man hier alle»

Das Restaurant Rathskeller in Olten befindet sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Besitz der Familie Lang. Mit Roger Lang leitet aktuell die vierte Generation den Betrieb, der weit herum nur unter dem Übernamen «Chöbu» bekannt ist. Hier trifft sich jedermann zu Bier und Hamburger.

Die Gaststube im «Chöbu» zeigt sich sehr rustikal: Dunkles Täfer, antike Gewehre und Pistolen an den Wänden und Butzenscheiben. Bekannt ist das Restaurant weit herum für seinen Hamburger, den «Chöbu-Burger». Nicht nur die Oltner treffen sich dazu im Restaurant.

Seit den 1970er-Jahren wird der Hamburger serviert. Die Idee dazu hatte der Vater des Besitzers Roger Lang. Er kehrte mit seiner Familie nach mehreren Jahren aus den USA zurück und suchte nach einem Gericht zu Bier, das in der damals einfachen Küche zubereitet werden konnte. Heutzutage werden jährlich über 100'000 Burger serviert.

«Hier treffen sich alle»

Im «Chöbu» trifft man sich aber nicht nur zum Essen, sondern auch zum Politisieren. Auch viele Vereine halten im Saal ihre Versammlungen ab. Gründe für das bunt gemischte Publikum gibt es laut Roger Lang mehrere: «Der Rathskeller war immer ein liberales Restaurant. Dazu kommt, dass es in Olten auch nicht mehr viele Säle gibt, in denen sich Vereine und Parteien versammeln können.»

Ein Ort für alle, so sieht es auch Stammgast Kurt Stocker. Der 85-Jährige trifft sich vier Mal in der Woche mit Freunden am Stammtisch auf ein Bier. Vom Handlanger bis zum Generaldirektor treffe man im «Chöbu» alle. Dem pflichtet Roli Diglas bei. Der Geschäftsführer der «Neuen Oltner Zeitung» isst jeden Mittag im Rathskeller. Am Mittag sei das Publikum allerdings ein anderes als am Abend oder nach einem Hockeymatch.

«Nur mit viel Herzblut möglich»

Der Betrieb laufe gut, so Besitzer Roger Lang. Er führt ihn zusammen mit seinem Bruder. «Irgendwann haben wir abgemacht, dass ich der Chef bin, und mein Bruder im Hintergrund arbeitet.» Ein Gastronomiebetrieb erfordere lange Präsenzzeiten, so Lang weiter. «Entweder hat man Freude daran, oder man lässt es sein.» Roger Lang hat eine 14-jährige Tochter. Sie wolle das Restaurant wahrscheinlich nicht übernehmen. Der Betrieb soll trotzdem in Familienbesitz bleiben.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.30 Uhr)