Ländliche Abwasserentsorgung Vom WC direkt aufs Feld? Ja, aber...

Aus den Augen, aus dem Sinn: Unser Abwasser gelangt über Leitungen in die Kläranlage und wird dort gereinigt. Noch immer gibt es aber viele abgelegene Bauernhöfe, die nicht ans Abwassernetz angeschlossen sind – auch in den Kantonen Solothurn und Aargau.

Sicher 200 bis 300 Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Solothurn sind nicht am Abwassernetz angeschlossen. Diese Schätzung macht Martin Würsten, Chef des kantonalen Amtes für Umwelt. Diese Höfe dürfen ihr Abwasser zusammen mit der tierischen Gülle auf dem Landwirtschaftsland verteilen.

Traktor mit Güllenfass

Bildlegende: Das Haushaltsabwasser muss mit der tierischen Gülle gemischt werden. Keystone

«Bei Betrieben mit Tierhaltung ausserhalb der Bauzone ist dies der Normalfall. Dies entspricht der schweizerischen Gesetzgebung. Wir haben damit auch keine negativen Erfahrungen gemacht», so Würsten.

Landwirtschaftsbetriebe dürfen allerdings nur mit ihrem eigenen Abwasser so verfahren. Abwasser aus Wohnhäusern, die ebenfalls nicht angeschlossen sind, darf nicht aufs Feld.

Dieses muss bei den Wohnhäusern in Abwassertanks gelagert und abtransportiert werden.

Teure Kanalisation in Kleinlützel

Für viele abgelegene Bauernhöfe wäre der Bau einer Abwasserleitung zu teuer, erklärt Martin Würsten. Eine solch teure Leitung wird aber wohl bald in Kleinlützel gebaut.

Die Gemeinde im Solothurner Schwarzbubenland muss einige Höfe ausserhalb des Dorfes an die Kanalisation anschliessen, schreibt das «Wochenblatt für das Schwarzbubelnad».

Dies, weil die Nachbargemeinde Röschenz im Baselbiet eine Trinkwasserquelle strenger schützen will. Wenn die Schutzzone bis zu den abgelegenen Bauernhöfen in Kleinlützel ausgedehnt wird, dürfen die Bauern ihr Abwasser nicht mehr mit der Gülle auf dem Land verteilen.