Von «Top 5» zu «Flop 2»: Solothurn und Zuchwil fusionieren nicht

Das Stimmvolk von Zuchwil und Solothurn hat am Sonntag über die Fusion der beiden Gemeinden entschieden. Zuchwil sagt Nein. Solothurn sagt Nein. Damit ist die Gemeindefusion quasi «doppelt gescheitert».

Ortsschilder von Solothurn und Zuchwil in einer Montage gegeneinander geschnitten

Bildlegende: Gehören Solothurn und Zuchwil zusammen? Das Stimmvolk sagt Nein. Keystone

26'000 Einwohner - die grösste Stadt im Kanton Solothurn: Sie entsteht nicht. Das Stimmvolk von Zuchwil und Solothurn hat am Sonntag über die Gemeindefusion entschieden. Zuchwil lehnt die Fusion mit 51,7 Prozent Nein-Stimmen ab. Das Resultat aus Solothurn ist sogar noch deutlicher: Hier liegt der Nein-Anteil bei 53,4 Prozent.

Schlussergebnis Fusionsabstimmung

Solothurn

Zuchwil
Ja-Stimmen3428
Ja-Stimmen1281
Nein-Stimmen3933
Nein-Stimmen1364

Die Befürworter einer Fusion haben sich vor allem für die Bevölkerung von Zuchwil eine finanzielle Entlastung versprochen. Der Steuerfuss der neuen Gemeinde liege zwischen 115 und 118 Prozent - viel tiefer als der aktuelle Steuerfuss von 127 Prozent. In der Stadt Solothurn hingegen würden die Steuern wohl leicht steigen.

Der Einfluss der fusionierten Gemeinde auf kantonaler und nationaler Ebene würde steigen, so eine weitere Argumentation. Die Gegner der Fusion hingegen machten geltend, dass eine so grosse Stadt zu mehr Anonymität und Bürokratie führen könne. Gerade Zuchwil könnte seine Identität verlieren.

Aus 5 wurden nur noch 2

Ursprünglich war das Fusionsprojekt noch viel grösser angedacht: Unter dem Namen «Top 5» hätten neben Solothurn und Zuchwil auch Biberist, Derendingen und Luterbach zu einer einzigen Gemeinde fusionieren sollen. Damit wäre eine Stadt mit 43'000 Einwohnern entstanden.

Doch die Übung wurde quasi vorzeitig abgebrochen: Drei der fünf Gemeindeversammlungen beschlossen, auf das Geschäft gar nicht einzutreten, also auch keine Volksabstimmung durchzuführen. Nur die Gemeindeversammlungen von Zuchwil (187 zu 109 Stimmen) und Solothurn (357 zu 80 Stimmen) traten auf die Vorlage ein und machten damit die Volksabstimmung am Sonntag erst möglich.