Vonn und Gut: Beide fahren mit Ski-Kernen aus dem Zurzibiet

In drei Stunden zum Ski-Kern: Das passiert in Döttingen bei der Sperrholzfirma Hess und Co. Dort werden Ski-Kerne für viele grosse Marken und bekannte Profi-Skifahrer hergestellt. Doch die Holzfirma hat eine anstrengende Zeit hinter sich. Sich im Markt zu behaupten ist schwierig geworden.

Die Firma Hess un Co. aus Döttingen verarbeitet seit 90 Jahren Holz. Früher war sie eine von vielen Holzfirmen, die im Zurzibiet produziert haben. Jetzt sind sie die Letzten. Eine Spezialität der Firma: Holz-Ski-Kerne. Hess beliefert grosse Skiherrsteller wie Head oder Stöckli mit ihren Ski-Kernen.

«  Lindsey Vonn und Lara Gut fahren auf demselben Erfolgski herum mit einem Ski-Kern von uns. »

Wolfgang Pink
Betriebsleiter Hess & Co.

Ski-Kerne sind das innerste Element in Skis, das etwa 80 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht. In Döttingen werden diese Ski-Kerne aus dünnen Holzschichten gefertigt. Zwischen 30 und 40 Stück werden übereineinder geleimt, wodurch der Ski elastisch wird und brechsicher. «Schicht-Kerne» nennt man das fertige Produkt in Döttingen.

Pink fährt selbst nicht Ski, ist sich aber sicher: Auch Otto-Normal-Skifahrer spüren einen Unterschied zwischen Skis mit Schicht-Kernen aus Döttingen und Skis mit Massivholz-Kernen.

«  Der Ski aus Schicht-Holz hat bessere Biegeeigenschaften und ist deshalb auch angenehmer zum Fahren. »

Wolfgang Pink
Betriebsleiter Hess & Co. AG

Jedoch kostet ein Ski mit einem Schicht-Kern bis zu 20 Prozent mehr, als ein Ski mit einem Massivholz-Kern.

Die Firma Hess hat eine schwierige Zeit hinter sich: Vor fünf Jahren mussten Hightech-Maschinen angeschafft werden, damit mehr und schneller hergestellt werden kann. Vor einem Jahr mussten zehn Mitarbeiter gehen. Doch man versuche eine Nische zu bedienen, denn in der Massenproduktion könne man sicher nicht mit der günstigen Konkurrenz mithalten.