Vorerst keine Asylunterkunft bei Kanti Wohlen

Mitte Oktober sollten in der Zivilschutzanlage bei der Kantonsschule Wohlen die ersten Asylbewerber einziehen. Nun muss zuerst ein Baugesuch eingeholt werden. Die kantonalen Behörden reagieren damit auf Druck aus der Politik.

Vor drei Wochen hat der Gemeinderat von Wohlen im Parlament verkündet, dass in der Zivilschutzanlage bei der Kanti eine Asylunterkunft entsteht. Eine Baubewilligung brauche es dafür nicht, sagte damals der zuständige Gemeinderat gegenüber Radio SRF.

Asylbewerber sitzt oben auf einem doppelstöckigen Pritschenbett

Bildlegende: Ähnlich wie hier sollen auch in Wohlen Asylbewerber in einer Zivilschutzunterkunft untergebracht werden. Keystone (Symbolbild)

Nun sieht es jedoch anders aus. Die kantonalen Behörden bestätigen einen Bericht von «AZ-Online», wonach vorerst keine Asylbewerber einziehen. Es brauche für die Umnutzung der Zivilschutzanlage doch eine Baubewilligung.

Recherchen des Regionaljournals zeigen, dass der Druck von Seiten eines SVP-Politikers für den Meinungsumschwung des Kantons verantwortlich ist. So hat Einwohnerrat Jean Pierre Gallati öffentlich die Meinung geäussert, dass es wahrscheinlich ein Baugesuch braucht.

Darauf hat der Kanton nun reagiert. Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit brauche es das Gesuch, so der Asylverantwortliche des Kantons, Roland Juen, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Deshalb wolle man nun demnächst in der Gemeinde ein Gesuch einreichen.

Wenn es keine Einsprachen gibt, würden wohl im Februar die ersten Asylbewerber doch noch in der Zivilschutzanlage einziehen.