Waffenlauf in der Krise

In den letzten Jahren hat das Interesse am Schweizer Traditionssport Waffenlauf stetig abgenommen, sodass von ehemals zwanzig Läufen gerade noch acht durchgeführt werden. Die Hälfte davon findet im Aargau statt, aber nicht weil hier besonders viele Waffenläufer leben.

Waffenläufer

Bildlegende: Waffenlauf ist eine Sportart mit einem Nachwuchs- und einem Image-Poblem. Doch wer einmal dabei ist, bleibt dabei. Keystone

Der Pfingstlauf in Wohlen ist eine der acht Standorte, an denen noch Waffenläufe stattfinden. Dort fand dieses Wochenende die Schweizermeisterschaft im Sprint-Waffenlauf über 10 km statt.

«Der Waffenlauf hat ein Imageproblem»

Rolf Bienz

Bildlegende: Rolf Bienz hofft, das es noch lange Waffenläufe gibt. Trotz dem massiven Teilnehmereinbruch glaubt er an den Sport. SRF

An Anlässen wie diesen hätten sich vor einigen Jahren noch bis zu tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemessen, inzwischen sind es noch 119 in fünf Kategorien.

OK-Präsident des Pfingstlaufs Rolf Bienz sieht die Gründe unter anderem beim grossen Sportangebot, dass die Jugendlichen heutzutage haben. «Heute biken die Jungen oder spielen Unihockey, der Sport erscheint vielen jungen Sportlern inzwischen nicht mehr zeitgemäss», vermutet Rolf Bienz. «Die Jungen möchten nicht mehr mit dem Militärgwändli herumrennen». Wie das Militär an sich sei auch der Waffenlauf heute im Blickpunkt und ein politisches Thema.

Aargau eher zufällig ein Waffenlauf-Zentrum

Dennoch blieben die aktuellen Läufer dem Sport treu und werden die Tradition so lange wie möglich aufrechterhalten ist sich der OK-Präsident sicher.

Das die Hälfte der heutigen Waffenlauf-Standorte im Aargau liegen, habe eher geografische Gründe. In Bern und Zürich, den bevölkerungsstarken Kantonen gebe es auch viele Waffenläufer. Und der Aargau liegt da genau dazwischen. Dazu kommen Standorte mit alten Waffenläufern wie Kaisten oder Lenzburg dazu.