«Was würdest du für Geld tun?»

Ani, Züsi und Elson heissen die Figuren im ersten Jugendroman des Solothurner Schriftstellers Franco Supino. Sie erzählen von Gewalt, Facebook-Party und Liebe. Und von schwierigen Eltern, die sich um eine Abfall-Deponie streiten. Solothurner erkennen darin ihre Stadt wieder.

Buchdeckel des neuen Buches. Zu sehen sind eine Brücke, zwei Personen und eine Landschaft in blau gezeichnet, auf weissem Hintergrund.

Bildlegende: Franco Supino hat mit «Wasserstadt» seinen ersten Jugendroman geschrieben. SRF

Ani muss mit ihrem Vater aus dem Einfamilienhaus-Viertel in eine Blockwohnung ziehen, weil sich ihre Eltern trennen. Züsi lebt mit ihrem verbitterten Vater in einem Bauernhaus nahe am Fluss. Und Elson, der Brasilianer im Problem-Quartier «Sonnenpark», wird von anderen Ausländern erpresst.

Sie sind ganz verschieden, die drei Jugendlichen in Franco Supinos «Wasserstadt». Trotzdem verbringen sie einen langen Sommer zusammen, und werden echte Freunde. Gewalt, Internet-Chats, Sexualität, Schulstress, Alkohol – es gibt kaum ein aktuelles Jugendthema, das im Buch nicht zur Sprache kommt.

Gotthelf aktualisiert

Franco Supino bedient sich in «Wasserstadt» bewusst bei Gotthelf. Züsi und ihr Vater Bart sind aus «Barthli der Korber» entlehnt, die Diskussion rund um den Wert der Dinge stammt aus «Geld und Geist».

«Diese Fragen zu aktualisieren, hat mich sehr gereizt», sagt der Schriftsteller im Gespräch mit dem Regionaljournal. Beim Schreiben habe er dann erkannt, dass sich dafür nur ein Jugendroman eigne. Die Frage «Was würdest du für Geld tun?» könne heute einem Erwachsenen nicht mehr gestellt werden.

Die Wasserstadt als Märchen

Supinos Buch spielt in Solothurn, auch wenn das im Buch nicht erwähnt wird und für die Geschichte auch keine Rolle spielt: Die Aare kommt genauso vor wie die Wohnblöcke im «Sonnenpark», die Tagelöhner vom Amtshausplatz, oder der Stadtmist, die ehemalige Abfall-Deponie in Solothurn.

Besonders fasziniert zeigt sich Supino von der Idee der Solothurner Wasserstadt, die an der Stelle der Deponie entstehen soll, und dem Buch den Titel gab. Diese alchimistische Idee, aus Gift Geld zu machen, habe er so märchenhaft und mystisch gefunden, dass er sie zu einer Geschichte habe machen wollen, erklärt Supino im Interview dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Schweizer Radio SRF.