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Wegen Tötungsdelikt Verurteilter Mann flieht aus Aargauer Psychiatrie

Gebäude von aussen
Legende: Aus der Klinik der Psychiatrischen Dienste (PDAG) in Windisch ist der 52-Jährige entwichen. srf/zvg

Ein 52-jähriger Mann, der 2013 seinen Bruder mit einer Schrotflinte erschossen hatte, ist am Mittwoch aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden im Kanton Aargau entwichen. Der vom Gericht für schuldunfähig erklärte Mann wurde in der Klinik stationär behandelt.

Die Aargauer Kantonspolizei wurde nach eigenen Angaben kurz nach 5 Uhr am Morgen informiert, dass zwei Personen aus der Klinik entwichen seien. Die intensive Fahndung führte zu einem Teilerfolg: Einer der Flüchtigen, ein 37-jähriger Mann, wurde in einem anderen Kanton angehalten.

Nach dem 52-Jährigen wird weiter gefahndet. Zu seinem Aufenthaltsort hat die Kantonspolizei keine Anhaltspunkte. Sie sucht Personen, die Angaben dazu liefern können und ruft dazu auf, den Mann nicht selbst anzuhalten. Die Polizei soll über die Notrufnummer 117 verständigt werden.

Der Mann hatte im August 2013 in Büsserach SO seinen Bruder mit der Schrotflinte erschossen. Das Amtsgericht Dorneck-Thierstein erklärte den Mann im Juli 2015 für die vorsätzliche Tötung seines Bruders für schuldunfähig. Es ordnete eine stationäre Massnahmen an.

Er wollte schuldfähig sein

Der Mann wehrte sich bis vor das Bundesgericht gegen diese Massnahme. Die Lausanner Richter wiesen eine Beschwerde im vergangenen April ab.Der 52-Jährige hatte die Beschwerde selbst verfasst und geltend gemacht, er habe in Notwehr gehandelt. Er verlangte, für schuldfähig erklärt zu werden. Das Bundesgericht hielt fest, die Ausführungen des Mannes seien grösstenteils schwer verständlich.

Bereits Ende Mai 2016 war ein Mann aus der geschlossenen Abteilung der Psychiatrischen Klinik Königsfelden geflohen. Der 24-jährige Mörder wurde nach knapp einer Woche in Deutschland festgenommen.

Seine Mutter hatte ihm bei der Flucht aus der Klinik geholfen und ihn mit dem Auto nach Deutschland gefahren. Die Frau wurde wegen Fluchthilfe zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Ihr Sohn hatte 2009 als Minderjähriger im Kanton Tessin ein 17-jähriges Mädchen mit einem Holzscheit erschlagen.

Gefährlichkeit

Die Polizei des Aargaus kann auf Anfrage nicht einschätzen, wie gefährlich der entflohene Mann ist. Sie sagt, er habe keine Waffe bei sich, er sei psychisch krank. Sehe man den Mann, solle man nichts unternehmen, sondern die Polizei rufen. Die Psychiatrischen Dienste Aargau geben wegen des Arztgeheimnisses keine Auskunft zur Gesundheit des Mannes.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wie soll man sich als Teil der Bevölkerung an der Auffindung des entwichenen "Mannes" beteiligen, wenn es nur ein 57-jährigen Mann ist, der geflohen ist! Nicht einmal bei diesem Fall wird die Nationalität, seine Sprache, oder sein Aussehen beschrieben (bekannt gegeben!) Würde der "Mann" einen Schweizerpass auf sich tragen, wäre dies mit 99%iger Sicherheit hier beschrieben worden.....!
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    1. Antwort von Michi Leemann (mille)
      Herr Bolliger, es stimmt einfach nicht was Sie sagen. Begründung: Die Polizei hat ein Fahndungsfoto mit komplettem Namen veröffentlicht. Ihre 99% dürften somit wieder einmal falsch sein...
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