Wem gehört der schwarze Schwan in der Region Olten?

Seit einigen Tagen hat die Region Olten einen ungewöhnlichen Gast. Ein schwarzer Schwan schwimmt in der Aare. Beim Kanton Solothurn und der Vogelwarte Sempach ist man sich einig: Das Tier gehört einem privaten Besitzer oder einem Zoo. Und: Das Tier muss wieder weg.

Die Region Olten hat ungewollt eine neue Attraktion: Ein schwarzer Schwan schwimmt seit einigen Tagen auf der Aare. Ursprünglich stammen diese Tiere aus Australien. Dass dieser Schwan einen derart weiten Weg hinter sich hat, ist aber ausgeschlossen.

«  Das Tier gehört wohl einem privaten Besitzer oder einem Zoo. »

Mark Struch
Wildbiologe beim Kanton Solothurn

Auf Anfrage von Radio SRF bestätigt Wildbiologe Mark Struch, dass man das Tier mittlerweile anhand von verschiedenen privaten Fotos als schwarzen Schwan identifiziert hat. «Das kantonale Veterinäramt sucht bereits nach dem Besitzer», fügt Struch an. «Das Tier darf nicht bleiben, denn es gehört nicht in unsere Natur.»

Ein Problem für die anderen Tiere sei der schwarze Schwan aber nicht. Er paare sich eigentlich auch nicht mit dem weissen Schwan, erklärt Struch. Zudem seien beide Arten genetisch so verschieden, dass der Nachwuchs nicht überlebensfähig wäre. «Das wäre in etwa so, wie wenn ein Schwan mit einem Fischreiher ein Junges zeugen würden», erklärt Struch.

Von wo stammt der Vogel?

Gemäss Struch sucht das kantonale Veterinäramt vorderhand im Kanton Solothurn nach dem möglichen Halter des schwarzen Schwans. Man sei auch froh über Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Mark Struch schliesst aber auch nicht aus, dass das Tier von weiter weg kommt. «Diese Tiere können grosse Strecken hinter sich bringen.»

Bei der Vogelwarte Sempach ist man überrascht über den ungewöhnlichen Besucher an der Aare. «Das ist ein sehr schönes Tier», bemerkt Biologe und Mediensprecher Matthias Kestenholz. Auch er geht davon aus, dass der schwarze Schwan einem privaten Halter oder einem Zoo gehört.

Vogelwarte Sempach hat Freude, aber...

Ein Problem für andere Tiere sei der Schwan übrigens nicht. Aber auch für Kestenholz ist klar: Der Schwan gehört nicht hierher. «Es ist zudem die Aufgabe des Schwan-Besitzers, das Tier wieder einzufangen, was vielleicht nicht ganz einfach wird», so der Biologe.

Aber: Vielleicht würde das Tier auch gerne wieder in sein Zuhause zurück, so lautet eine Vermutung von Matthias Kestenholz. Das Tier sei ja eigentlich in menschlicher Obhut zu Hause, «vielleicht möchte der Schwan wieder nach Hause, findet aber den Weg nicht», scherzt der Mediensprecher der Vogelwarte Sempach.