Weniger Politiker im Bankrat der Aargauischen Kantonalbank

Die Aargauer Regierung schlägt vier neue Mitglieder zur Wahl in den Bankrat vor. Was dabei auffällt: Kein einziger Politiker steht zur Wahl. Die Regierung setzt bewusst auf Fachleute. Das war nicht immer so, muss jetzt aber so sein.

Logo der Kantonalbank, im Hintergrund die Aarauer Bahnhofstrasse mit dem alten UBS-Gebäude.

Bildlegende: Die Kantonalbank soll vermehrt von Profis statt von Parteienvertretern geführt werden. Das verlangt auch das Gesetz. Keystone

Der Bankrat ist eine Art Verwaltungsrat der Aargauischen Kantonalbank. Er wird durch den Grossen Rat des Kantons gewählt, die Regierung macht jeweils Wahlvorschläge. Nun ist es wieder soweit: Vier Mitglieder sollen bestätigt werden, vier neue Mitglieder stellen sich zur Wahl.

Es sind Betriebswirtschafter Thomas Eichler aus Jona, Wirtschaftsprüfer Hans-Ulrich Pfyffer aus Wohlen, Betriebsökonom Peter Suter aus Mellingen und Wirtschaftsanwalt Thomas Zemp aus Bettwil. Allesamt verfügten sie über «ausgezeichnete Fachkompetenzen», hält die Regierung in einer Mitteilung vom Donnerstag fest.

Finanzmarktaufsicht verlangt Fachleute

Tatsächlich: Die neu zur Wahl vorgeschlagenen Mitglieder sind Fachleute, keine Politiker. Das sei ein bewusster Entscheid, bestätigt Finanzdirektor Roland Brogli auf Anfrage des «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF. Mit den neuen Kandidaten werden unter anderem FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger und SP-Vertreter Jörg Stumpf ersetzt.

«Wir brauchen primär Fachleute. Das steht seit 2007 auch im neuen Gesetz. Und das verlangt auch die Finanzmarktaufsicht des Bundes. Sie hat diese Kandidaturen bereits getestet.» Fachleute würden auch das Wohl der Bank garantieren, glaubt Brogli. «Man sieht ja an vielen Beispielen in der ganzen Welt und auch in der Schweiz, was mit Banken passiert, wenn die Führung zu wenig kompetent ist.»

Hoffnung auf «ruhige Wahlen» in den Bankrat

Der Bankrat der Aargauischen Kantonalbank wurde immer wieder dafür kritisiert, dass er zu stark politisch geprägt sei. Die Wahlen zum Bankratspräsidium hatten oftmals regelrechte politische Schlachten im Parlament zur Folge. Solche Schlagzeilen will die Regierung offensichtlich verhindern. «Das sind keine Parteivertreter, sondern Fachleute, die die notwendigen Erfahrungen mitbringen», betont Roland Brogli. Er hoffe, dass die Wahlen deshalb reibungslos verlaufen.

Neben den neuen Kandidaten stellen sich vier bisherige Bankratsmitglieder zur Wiederwahl. Es sind dies Hans Bürge (Safenwil), Nationalrätin Ruth Humbel-Näf (Birmenstorf), Hans-Peter Kunz (Oftringen) und der bisherige Bankratspräsident Dieter Egloff (Mellingen).

Der Grosse Rat muss die Kandidaturen bestätigen. Die Wahl gilt dann für die nächste Amtsperiode von 2013 bis 2018.