Weniger Standorte für Aargauer Berufsschulen

Der Aargauer Regierungsrat hat ein Standortkonzept für die Mittel- und Berufsfachschulen vorgelegt. Die Ausbildungsangebote für die Berufsschüler sollen konzentriert und die Mittelschulen gleichmässiger ausgelastet werden. Das Konzept nimmt Rücksicht auf die Regionen.

Alle drei vorgeschlagenen Konzeptvarianten seien besser als der Status quo, sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) am Freitag vor den Medien in Aarau. Wichtig sei die Gesamtbetrachtung.

Eingang der Berufsschule Brugg, mehrere Jugendliche stehen vor dem Eingang

Bildlegende: Steht auf der Kippe: Standort der Berufsschule in Brugg soll gestrichen werden. Keystone

Das Standort- und Raumkonzept für die Sekundarstufe II lege die Entwicklung für die kommenden 15 Jahre fest. Es brauche Änderungen, um die bestehenden 15 Berufsfachschulen besser auf die Entwicklungen im Berufsbildungsbereich vorzubereiten.

Die Berufsfachschulen sollen vor allem gleichmässiger ausgelastet werden. Der Regierung will eigentliche Kompetenzzentren mit ähnlichen Berufen bilden, ohne die für den Aargau wichtige regionale Verteilung der Schulen ausser acht zu lassen.

Konzentration der Berufsfachschulen

So sollen die sieben Schulstandorte für die kaufmännische Ausbildung auf höchstens vier Standorte konzentriert werden. KV-Schulen sollen eine Mindestgrösse von 400 Lernenden haben.

Hürzeler und Hunziker

Bildlegende: Alex Hürzeler (Regierungsrat) und Kathrin Hunziker (Verwaltung) präsentieren eine Vorlage, die viel zu reden geben wird. Stefan Ulrich/SRF

Bei gewerblich-industriellen Berufen und im Gesundheitsbereich wird angestrebt, ähnliche Ausbildungen zu bündeln. Die Lehrgänge sollen möglichst an einem einzigen Standort angeboten werden. Die Synergien an den Schulen könnten auf diese Weise besser genutzt werden, hiess es. Auch steige die Ausbildungsqualität.

Berufsfachschulen auf dem Prüfstand

Das neue Konzept führe zu «deutlichen Eingriffen», sagte Bildungsdirektor Hürzeler. Das gilt für das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg, das Berufsbildungszentrum Fricktal in Rheinfelden, das Berufsbildungszentrum Freiamt in Wohlen und das KV Lenzburg Reinach. Im Berufsbildungszentrum Niederlenz soll in Zukunft nur noch die praktische Ausbildung stattfinden.

«  Keine einzige Schule wird unverändert bleiben. Es gibt einzelne Standorte, wo wir sogar die Schliessung vorschlagen. »

Alex Hürzeler
Bildungsdirektor Kt. AG

Für die Mittelschulen schlägt der Regierungsrat im Konzept eine Mindestgrösse von 500 Schülerinnen und Schüler vor. Bis auf die Schule in Zofingen erfüllen alle Standorte dieses Ziel. Deshalb soll die Wirtschaftsmittelschule (WMS) von Aarau nach Zofingen verlagert werden.

Ein Sonderfall bleibt das Fricktal, das über keine eigene Mittelschule verfügt. 180 Jugendliche besuchen derzeit die Mittelschule in Aarau oder Baden. Weitere 550 Jugendliche absolvieren die Mittelschule entweder im Baselbiet oder in Basel.

Reform führt zu Einsparungen

Im Standortkonzept präsentiert der Regierungsrat drei detaillierte Varianten, die pro Jahr zu Einsparungen von 4,2 bis 7 Millionen Franken führen. Hürzeler machte jedoch klar, dass es nicht um Einsparungen gehe, sondern darum, die Berufsschulen zukunftstauglich zu machen.

Die Vorlage, die im regionalisierten Aargau zu grossen Diskussionen führen dürfte, geht nun bis Ende September in die Anhörung. Danach will der Regierungsrat über die Bücher gehen und dem Parlament konkrete Anträge stellen. Auf das Schuljahr 2017/18 soll den neue Standort- und Raumkonzept auf einen Schlag umgesetzt werden.