Widerstand gegen Prestige-Projekt «Pont-Neuf» hält an

Zwar hat das Aarauer Stimmvolk der neuen Kettenbrücke im Herbst 2014 zugestimmt, wenn auch knapp: Nur 600 Stimmen machten den Unterschied, die Kritik am teuren Projekt war gross. Der Leiter des Gegner-Komitees nimmt nun als Anwohner den Kampf gegen das Projekt auf.

Visualisierung «Pont Neuf»

Bildlegende: Der Spatenstich für die neue Kettenbrücke «Pont Neuf» ist für das Jahr 2017 vorgesehen. ZVG/STADT AARAU

Die «Pont Neuf»-Gegner hatten vor der Abstimmung den Eingriff in die Natur und das Ortsbild kritisiert. Ausserdem warf man dem Stadtrat vor, wichtige Informationen zu verheimlichen. Dieser hatte in der Abstimmungsbotschaft geschrieben, dass die Stadt für die neue Brücke möglicherweise 3,92 Millionen Franken vom Bund erhalten könnte. Dieser hatte sich aber bereits dagegen entschieden.

«  Ich bin noch von den Einwänden des Komitees überzeugt. »

Markus Meier
Anwohner und Einsprecher

Der ehemalige Leiter des Gegner-Komittes, Markus Meier, wehrt sich nun mit den gleichen Einwänden als Anwohner gegen das Projekt. Er fordert weitere Abklärungen bezüglich Natur- und Denkmalschutz, und dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis optimiert wird.

So werde das Projekt möglicherweise doch noch vom Bund unterstützt. Gesamthaft kostet die Brücke 30 Millionen Franken. 10 Millionen davon übernimmt die Stadt, der Rest der Kanton.

Die Stadt Aarau bräuchte die Millionen des Bundes eigentlich. Schliesslich geht es der Stadt finanziell nicht gut. Auf Anfrage schiebt sie den Ball aber dem Kanton zu. Auf dessen Tisch liegen die Einsprachen. Der Kanton kann sich aktuell wegen Ferienabwesenheiten aber nicht dazu äussern.

Mit «Pont Neuf» ist ein weiteres grosses Bauprojekt in Aarau blockiert, obwohl das Stimmvolk bereits Ja dazu gesagt hat. Für Wirbel hatte zuletzt das geplante Stadion des FC Aarau gesorgt. Dessen Baubewilligung ist wegen einer Beschwerde noch immer nicht da.